Abrus

Abrus
Paternostererbse (Abrus precatorius)

Paternostererbse (Abrus precatorius)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Abreae
Gattung: Abrus
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Abreae
Hutch.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Abrus
Adans.

Abrus ist die einzige Pflanzengattung der Tribus Abreae innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Gattung kommt mit etwa 17 Arten in den Tropen und Subtropen der Alten Welt vor.

Beschreibung

Illustration der Paternostererbse (Abrus precatorius).

Erscheinungsbild und Blätter

Bei den Abrus-Arten handelt es sich um Sträucher, die meist klimmend oder mit überhängenden Zweigen wachsen. Die wechselständig angeordneten, gestielten Laubblätter sind unpaarig gefiedert, mit vielen Paaren von Fiederblättchen. Die Blattrhachis endet mit einer Borste. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände und Blüten

In end- oder seitenständigen, traubigen Gesamtblütenständen stehen jeweils mehrere Blüten in bündeligen Teilblütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen, gestutzt mit kurzen Kelchzähnen. Die Blütenkrone besitzt den typischen Aufbau einer Schmetterlingsblüte. Die genagelte, eiförmige Fahne ist mehr oder weniger stark mit den Staubfäden verwachsen. Die Flügel sind schmal sichelförmig bis länglich. [1] Es sind nur neun Staubblätter vorhanden. Die Staubfäden sind miteinander verwachsen und die Staubbeutel sind alle gleich. Das einzelne Fruchtblatt enthält viele Samenanlagen. Der Griffel ist kahl.

Die rot-schwarzen Samen der Paternostererbse (Abrus precatorius).

Früchte und Samen

Die abgeflachten, zweifächerigen Hülsenfrüchte sind gekammert, zerfallen aber nicht in einzelne Abschnitte und enthalten einige Samen. Die fast kugeligen bis ellipsoiden Samen besitzen eine glänzende, manchmal leuchtend gefärbte Oberfläche.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Abrus kommt in den Tropen und Subtropen der Alten Welt vor. Sieben bis neun Arten kommen in Afrika und fünf Arten nur in Madagaskar [2] vor.

Die Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Abrus erfolgte 1763 durch Michel Adanson in Familles des Plantes, 2, 327, 511. Typusart ist Abrus precatorius L.. Die Gattung der Abrus ist die einzige Gattung der Tribus Abreae in die Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae). [3] Die Tribus Abreae wurde durch John Hutchinson in The Genera of Flowering Plants, 1, 1964, S. 451 veröffentlicht und stützt sich auf die lateinische Veröffentlichung von Abrinae: Wight & Arn. ex Endl.: Gen. Pl., 1840, S. 1301.

Es gibt etwa 17 Abrus-Arten (hier mit Angabe ihrer Heimatgebiete) [4]:

  • Abrus aureus R.Vig.: Die Heimat ist Madagaskar.
  • Abrus baladensis Thulin: Die Heimat ist Somalia.
  • Abrus bottae Deflers: Die Heimat ist Saudi-Arabien, Jemen.
  • Abrus canescens Baker: Die Heimat ist Afrika: Angola, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Gambia, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Kenia, Liberia, Mali, Nigeria, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Tansania, Togo, Uganda und Zaire.
  • Abrus diversifoliatus Breteler: Die Heimat ist Madagaskar.
  • Abrus fruticulosus Wight & Arn.: Die Heimat ist Indien, Indonesien, Java und die Philippinen.
  • Abrus gawenensis Thulin: Die Heimat ist Somalia.
  • Abrus laevigatus E.Mey.: Die Heimat ist Südafrika, Mosambik und Swasiland.
  • Abrus longibracteatus Labat: Die Heimat ist Laos und Vietnam.
  • Abrus madagascariensis R.Vig.: Die Heimat ist Madagaskar.
  • Abrus parvifolius (R.Vig.) Verdc.: Die Heimat ist Madagaskar.
  • Paternostererbse (Abrus precatorius L.): Mit mehreren Unterarten besitzt sie eine weite Verbreitung in Afrika, Australien und Asien. Sie ist in vielen tropischen Ländern eine invasive Pflanze.
  • Abrus pulchellus Thwaites: Mit mehreren Unterarten besitzt sie eine weite Verbreitung in Asien: Sri Lanka, Bangladesch, Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam, China, Malaysia, Papua Neuguinea, Indonesien und die Philippinen. Fundortangaben gibt es auch für Madagaskar, Afrika und Brasilien.
  • Abrus sambiranensis R.Vig.: Die Heimat ist Madagaskar.
  • Abrus schimperi Baker: Die Heimat ist Afrika: Zentralafrikanische Republik, Tschad, Äthiopien, Kenia, Malawi, Sambia, Simbabwe, Sudan, Tansania und Uganda.
  • Abrus somalensis Taub.: Die Heimat ist Somalia.
  • Abrus wittei Baker f.: Die Heimat ist Zaire.

Quellen

  • Bao Bojian (包伯坚) & Michael G. Gilbert: Abreae in der Flora of China, Volume 10, 2010, S. 194 PDF-Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen, Band XIB-2, Springer, 2001. ISBN 3-7643-5862-9: Online bei Google Books. (Abreae: Seite 161-168)

Einzelnachweise

  1. S. I. Ali: Papilionaceae in der Flora of Pakistan: Online.
  2. Eintrag im Madagascar Catalogue.
  3. Eintrag bei GRIN.
  4. ILDIS = International Legume Database & Information Service. Abrus in Suchmaske eingeben.

Weblinks

 Commons: Abrus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference