Steckbrief

Gepard Portrait
Physiologie*
Gewicht: 39 - 85 kg
Kopf-Rumpf-Länge: 112 - 135 cm
Schwanzlänge: 65 - 85 cm
Fortpflanzung*
Tragzeit (Tage): 90 - 95
Junge pro Wurf: 1 - 8
Entwöhnung (Tage): 120 - 150
*Daten nach Macdonald (2006)
IUCN Status
Vulnerable / gefährdet

Verbreitung

 
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. www.iucnredlist.org

Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist eine große, schlanke Katze. Der Gepard ist der Usaine Bolt in der Tierwelt und steht im Ruf, das schnellste Landtier zu sein, das jemals auf der Erde gelebt hat. Man schätzt, dass ein ausgewachsener Gepard eine Geschwindigkeit von ungefähr 95 km/h während eines kurzen Sprints erreichen kann. Diese hohe Geschwindigkeit ist allerdings nur in weitem, möchlichst ebenen Gelände möglich. Geparde sind nicht in der Lage, wie z.B. andere große Katzen, zu Brüllen.

Aussehen

Das Fell des Gepards (Acinonyx jubatus) hat eine helle, goldgelbe Grundfarbe. Es ist übersät mit kleinen runden schwarzen Flecken, die ebenso auf den Backen, der Stirn, dem Nacken und den Beinen zu finden sind. Die Flecken haben eine rosettenartige Form und sind im Durchmesser deutlich kleiner als beim Leoparden (Panthera pardus). Der Schwanz, an der Oberseite ebenfalls schwarz gefleckt und an der Unterseite von weißlich-blasser Farbe, hat drei bis sechs schwarze Ringe nahe dem Schwanzende und eine weiße Spitze. Ein unverkennbares Merkmal des Gepards (Acinonyx jubatus) sind die schwarzen Linien, die von den Augen hinab zu den Mundwinkeln verlaufen (Tränenstreifen). Die Ohren sind insgesamt schwarz, jedoch an der Unterseite und den Rändern von gelbbrauner Farbe. Geparde haben einen mähnenartigen, schwarzen Fellstreifen, der über die gesamte Länge des Rückens verläuft. Bei einigen Geparden ist dieser Streifen stark ausgeprägt und die Punkte des Fells fließen zu Streifen und größeren Flecken zusammen. Ein Tier mit diesem Fellmuster wird als Königsgepard bezeichnet.

Gepard (Acinonyx jubatus)
Wilder Gepard in der Massai Mara, Tansania. Aufgenommen am 24. August 2007.

Der Gepard (Acinonyx jubatus) zeigt in seinem Körperbau viele Anpassungen, wie sie für eine schnelle, auf kurze Sprints ausgelegte Jagd Voraussetzung sind. Lange Beine und ein flexibles Rückgrad ermöglichen langes Ausschreiten um Extrageschwindigkeit zu erreichen, herausgestellte Krallen übernehmen die Funktion von Spikes und große Nasenlöcher unterstützen die Atmung während des Sprints ebenso wie die Abkühlung danach. Die Eckzähne eines Gepards sind verhältnismäßig klein. Sie lassen zwischen den Wurzeln Raum für eine größere nasale öffnung frei, die für mehr Lufteintritt bei der Jagd sorgt. Geparde haben außerdem ein verhältnismäßig größeres Herz, Lungen, Nebennieren und Luftdurchgänge wie andere Katzen. Ihre Füße sind mit harten, gerippten Sohlen ausgerüstet, die ein Wegrutschen während kurvenreichen und hakenartigen Beuteverfolgungen verhindern. Der lange Schwanz ist als Balancehalter beim ändern der Laufrichtung von wesentlicher Bedeutung für den Jagderfolg.

Genetik

Gepard (Acinonyx jubatus)
Gepard (Acinonyx jubatus) im Dunston Zoo, England.

Vor 10.000 bis 12.000 Jahren wurden die Geparde (Acinonyx jubatus) von einem massiven Aussterben heimgesucht. Davor hatte es viele unterschiedliche Arten gegeben und nur eine geringe Anzahl von Arten überlebte. Von den überlebenden Restpopulationen stammen die heutigen Geparde der Art Acinonyx jubatus ab. Als Art sind sie genetisch praktisch identisch, mit nur 2% Variation, verglichen mit 10% oder mehr bei anderen Katzen. Zum Beispiel ist normalerweise eine Hauttransplantation von jedem Gepard auf einen anderen Gepard der Welt möglich, während Transplantationen von jeder anderen Katze abgestoßen werden. Die Gefahr, dass Krankheiten (wie sie z.B. durch Viren hervorgerufen werden) große Bestände eliminiert, ist wegen dieses Mangels an genetischer Vielfalt sehr hoch.

Verhalten

Als Jäger pirscht sich der Gepard (Acinonyx jubatus) in Katzenmanier auf ungefähr 30 Meter an seine Beute heran, um sie dann nach einem Sprint von 20 - 60 Sekunden zu überwältigen. Wenn sie nahe genug sind, versuchen sie mit einem Schlag einer vorderen Tatze auf die Hinterläufe des Beutetiers dieses aus der Balance und somit zu Fall zu bringen. Normalerweise jagt der Gepard Gazellen, Impalas, Gnukälber und andere Huftiere bis 40 Kilogramm. Kaninchen und Vögel werden aber auch nicht verschmäht. Größere Huftiere werden aber auch von Gruppen verstreuter, aber kooperierender Männchen bejagt. Geparde beziehen möglicherweise genügend Wasser aus dem Fleisch ihrer Beutetiere, da sie anscheinend über einen längeren Zeitraum nicht auf Süßwasser angewiesen sind.

Sozialleben und Fortpflanzung

Weibliche Geparde (Acinonyx jubatus) sind Einzelgänger und scheinen nicht territorial zu sein. Sie neigen dazu, den Wanderungen ihrer Beutetiere zu folgen und ihr Jagdgebiet überlappt sich oftmals mit dem anderer Weibchen. Miteinander verwandte, junge Männchen bilden Gruppen von zwei bis vier Tieren und besetzen kleine Territorien. Diese Koalitionen verteidigen ihre Territorien gegen andere Männchen das ganze Jahr oder fast das ganze Jahr über. Diese in Koalition lebenden Männchen scheinen länger und gesünder zu leben als andere, und haben somit mehr Zeit für die Fortpflanzung übrig als einzelgängerisch lebende Männchen.

Gepard (Acinonyx jubatus)
Gepard (Acinonyx jubatus) im Fota Wildlife Park, Carrigtwohill, Irland.

Anders als die meisten Katzen haben Geparde (Acinonyx jubatus) keine feste und regelmäßige Geburtssaison. Nachkommen können in jedem Monat ausgetragen und geboren werden. Die durchschnittliche Wurfgröße beläuft sich auf drei Kätzchen, aber die Spannbreite beträgt eins bis acht Junge. Die Tragzeit dauert 90 - 98 Tage, bei der Geburt wiegen die Jungen um 270 g. Ihre Augen öffnen sich nach ungefähr vier bis elf Tagen. Der Nachwuchs der Geparden wird bis zu einem Alter von fünf oder sechs Wochen im dichten Gras oder unter Büschen versteckt gehalten. Der grau-blaue Kragen und die Mähne der Jungtiere, die den Rücken hinunter verläuft, dient während dieser Zeit vermutlich als Tarnung. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt nach ungefähr drei Monaten. Männliche Geparde beteiligen sich nicht an der Aufzucht der Jungen und können als Fleischfresser dem Nachwuchs tatsächlich gefährlich werden. Junge Geparde sind Opfer vieler anderer fleischfressender Tiere wie Hyänen, Löwen (Panthera leo), Leoparden (Panthera pardus) oder Greifvögeln. Weniger als ein Drittel eines Wurfs überlebt bis zum Erwachsenenalter.

Da Geparde (Acinonyx jubatus) von indischen und arabischen Herrscherhäusern als Jagdbegleiter abgerichtet wurden, versuchte man schon früh, diese Katzen zu züchten. Aber es dauerte bis in die Mitte der 19-fünfziger Jahre, bis ein erster Erfolg verbucht werden konnte. Man fand heraus, dass Weibchen in Gefangenschaft (wie ihre Artgenossinnen in der Wildnis auch) in der Lage sein müssen, aus einer Vielzahl von Männchen auswählen zu können, und dass sich kein Erfolg einstellt, wenn mehrere Weibchen nur mit einem einzelnen Männchen gehalten werden.

Ausbreitung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet des Gepards erstreckte sich einstmals über alle offenen Graslandschaften Afrikas und Indiens, so traf man auf Geparde in Pakistan ebenso wie in Rußland, im Iran und im Mittleren Osten. Heute lebt der Großteil dieser Art nur noch in Ost- und Südafrika. Geschätzte 50 - 100 asiatische Geparde überlebten im Iran und ein dortiges von der Regierung gefördertes Forschungprojekt besteht seit 1997. 1993 wurde eine Restpopulation in Ägypten entdeckt. Diese Unterart ist kleiner und stämmiger als ihre südlichen Vettern. Sie haben auch ungewöhnlich große Ohren und ein hervorstehendes, quadratisch anmutendes Maul. Die Fellfarbe ist heller, und die schwarzen Tupfen wirken gedämpfter. Leider steht diese kleine Population unter ständiger Bedrohung durch Beduinenjäger und Jagdgesellschaften aus reichen arabischen Staaten. In allen Gegenden sinken die Bestandszahlen der Geparde dramatisch schnell. Veranwortlich hierfür sind als Primärfaktoren die Jagd und der Lebensraumverlust, aber auch der Verlust des Nachwuchses durch Löwen steigt ständig, da diese beiden Katzenarten gezwungen sind, in nächster Nähe zu leben und zu jagen.

Ein anderer Aspekt ist die rückläufige Zahl der natürlichen Beutetiere. Da Viehzüchter in die Territorien eindringen und dort umherziehen, treten die Katzen zunehmend in Konflikt mit Menschen. Die größeren Exemplare werden häufig als Bedrohung der Viehbestände angesehen und einfach erschossen. Der Gepard, mit seiner merkwürdigen Mischung aus hunde- und katzenartigen Eigenschaften, ist eine der populärsten Katzen der Welt ist. Sie sind über weite Teile ihres heutigen Verbreitungsgebiets strengstens geschützt und werden von von der Organisation des Washingtoner Artenschutzübereinkommens im Anhang I gelistet. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Gepard als "Vulnerable" (gefährdet) ein.