Andreas K. Engel

Andreas Karl Engel (* 1961 in Villingen) ist ein deutscher Hirnforscher.

Leben

Engel legte 1979 am Hindenburg-Gymnasium Trier das Abitur ab und studierte von 1979 bis 1982 Medizin an der Universität des Saarlandes in Homburg. Von 1982 bis 1986 setzte er das Studium der Medizin an der Technischen Universität München fort und war gleichzeitig von 1983 bis 1987 am Max-Planck-Institut für Psychiatrie tätig. Er wurde mit der Arbeit „Veränderungen der Isoenzyme der Acetylcholinesterase während der Regeneration von Motorneuronen“ promoviert und studierte anschließend von 1987 bis 1990 Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 1987 bis 2000 war Engel als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Arbeitsgruppenleiter und Heisenberg-Stipendiat der DFG in der Abteilung Neurophysiologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung tätig.

Mit der Schrift „Zeitliche Kodierung in neuronalen Netzen. Evidenz für kohärente Aktivität im Sehsystem“ habilitierte er sich 1995 an der Universität Frankfurt für Physiologie. Von 2000 bis 2002 leitete Engel die Arbeitsgruppe „Zelluläre Neurobiologie“ am Forschungszentrum Jülich. Im Jahr 2002 schloss er bei der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf die Ärztliche Weiterbildung als Facharzt für Physiologie ab.

2002 wurde Engel als Direktor an das Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf berufen. Seit 2008 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Forschungsthemen

Engel wurde bekannt durch seine Arbeiten zum Bindungsproblem. Gemeinsam mit Wolf Singer und anderen Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Hirnforschung konnte er zeigen, dass die Synchronisation neuronaler Signale grundlegende Bedeutung für die Integration von Information im Gehirn besitzt. Die Forschungsarbeiten von Engel und seiner Gruppe zeigen, dass neuronale Synchronisationsprozesse für Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und sogar die Entstehung von Bewusstsein wichtig sind. Ferner kommt ihnen Bedeutung für die Integration von Signalen zwischen verschiedenen Sinneskanälen sowie zwischen sensorischen und motorischen Systemen zu. Aktuelle Forschungsarbeiten im Institut von Engel befassen sich mit der Neurobiologie von Wahrnehmung und Bewusstsein, mit den neuronalen Mechanismen der intermodalen und sensomotorischen Integration, sowie mit Störungen neuronaler Integrationsmechanismen bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie z.B. der Parkinson-Krankheit oder der Schizophrenie.

Schriften

  •  Andreas K. Engel: Veränderungen der Isoenzyme der Acetylcholinesterase während der Regeneration von Motorneuronen. 1987 (Dissertation).
  •  Andreas K. Engel: Zeitliche Kodierung in neuronalen Netzen. Evidenz für kohärente Aktivität im Sehsystem. LIT, Münster 1996, ISBN 3-8258-2573-6 (Habilitationsschrift).
  •  Peter Gold, Andreas K. Engel (Hrsg.): Der Mensch in der Perspektive der Kognitionswissenschaften. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-28981-0.
  • Andreas K. Engel, Wolf Singer (1997): „Neuronale Grundlagen der Gestaltwahrnehmung“. In: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 4/97 „Kopf und Computer“. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, S. 66-73
  • Andreas K. Engel, Peter König (1998): „Das neurobiologische Wahrnehmungsparadigma: eine kritische Bestandsaufnahme“. In: Peter Gold, Andreas K. Engel (Hrsg.) „Der Mensch in der Perspektive der Kognitionswissenschaften“. Suhrkamp, Frankfurt (stw 1381), S. 156-194
  • Andreas K. Engel, Stefan Debener, Cornelia Kranczioch (2005): Good vibrations. In: Gehirn & Geist 11/2005, S. 24-31
  • Andreas K. Engel (2006) „Neuronale Grundlagen der Merkmalsintegration“. In: Hans-Otto Karnath, Peter Thier (Hrsg.) „Neuropsychologie“, 2. Aufl. Springer, Heidelberg, S. 55-65

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