Carl Bruck

Carl Bruck (* 28. Februar 1879 in Glatz, Schlesien; † 12. Juni 1944 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Dermatologe.

Leben und Werk

Carl Bruck wuchs in Dresden auf, studierte in München Medizin und promovierte dort 1902. Danach wechselte er an das Institut für Infektionskrankheiten nach Berlin, dessen Leiter Robert Koch war, wo er zur Syphilis forschte. 1909 habilitierte er sich an der Universität Breslau, wurde 1911 zum Professor ernannt und wechselte 1914 an die Dermatologische Klinik des Krankenhauses Altona.

Carl Bruck erarbeitete zusammen mit August von Wassermann und Albert Neisser einen serologischen Test auf Syphiliserreger, die so genannte Wassermann-Reaktion. Zudem war er an der Erforschung der Tuberkulose beteiligt.

Als Folge der nationalzozialistischen Rassengesetze war er gezwungen, 1935 seine Stelle aufzugeben. Um der antisemitischen Verfolgung und der bevorstehenden Deportation durch die Nationalsozialisten ins Konzentrationslager zu entgehen, nahm er sich gemeinsam mit seiner Frau das Leben.

Literatur

  • Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (zuerst 1935). Mit einer Einleitung herausgegeben von Lothar Schäfer und Thomas Schnelle. 4. Aufl., Frankfurt/Main 1999.
  • Ilana Löwy: Testing for a sexually transmissible disease, 1907-1970: The history of the Wassermann reaction. In: Virginia Berridge/Philip Strong (Ed.): AIDS and contemporary history. Cambridge UP 1993, pp. 74-92.
  • Lutz Sauerteig: Krankheit, Sexualität, Gesellschaft. Geschlechtskrankheiten und Gesundheitspolitik in Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Stuttgart 1999.
  • August von Wassermann/Albert Neisser/Carl Bruck: Eine serodiagnostische Reaktion bei Syphilis. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift 48 (1906), S. 745-746.
  • Deutscher Wirtschaftsverlag, AG (Hg.): Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft, Band 1, Berlin, 1931

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