Durst

Dieser Artikel erläutert das biologische Grundbedürfnis; zu anderen Bedeutungen siehe Durst (Begriffsklärung).
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) - Durst (1886)

Durst (von althochdeutsch durst, ursprünglich „Trockenheit [in der Kehle]“) meldet das Existenzbedürfnis. Ihm folgt die Handlungsbereitschaft des (gesunden) Menschen oder des Tieres zu trinken.

Auftreten

Er tritt bei Flüssigkeitsmangel bzw. Salzüberschuss auf. Sinkt der Wasseranteil im Körper um circa 0,5 %, signalisiert das Gehirn Durst. Bei einem Verlust von circa 10 % Flüssigkeit kommt es zu einem Trockenheitsgefühl im Mund und zu Sprechstörungen.

Flüssigkeitsbedarf

Der tägliche Flüssigkeitsbedarf eines Erwachsenen beträgt unter normalen Bedingungen etwa 2 Liter. Davon wird ein Teil über die Nahrung aufgenommen. Empfohlen wird derzeit häufig eine tägliche Trinkmenge von etwa 1,5 Litern, die aber auch von den individuellen Bedingungen abhängig schwanken kann (Wetterlage, physische Anstrengung etc.).

Lang anhaltender Mangel an Flüssigkeit kann die Nieren schädigen. Der allmähliche Wasserverlust in Gefäßen und im Gewebe heißt Exsikkose. Ihr Symptom: Eine frisch gezogene Hautfalte über dem Schlüsselbein bleibt „stehen“.

Physiologie

Fehlt dem Körper Flüssigkeit, wird dies von Osmorezeptoren im Nucleus supraopticus des Hypothalamus registriert. Dies führt zum Auslösen eines Durstgefühls. Zudem kommt es zur Produktion des Antidiuretischen Hormons (ADH bzw. Vasopressin), welches – ausgeschüttet in der Neurohypophyse – die Wasserrückresorption in der Niere steigert und somit die Flüssigkeitsausscheidung reduziert.

Auch in der Niere sitzen Osmorezeptoren, welche über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System induzieren, wodurch die Nebennierenrinde vermehrt das Hormon Aldosteron ausschüttet. Auch dieses steigert die Wasserrückresorption durch vermehrte Na+-Rückresorption.

Durstgefühl

Der Begriff Durstgefühl ist ein Pleonasmus, der verdeutlichen soll, dass ein Gefühl gemeint ist, dem nicht zwingend die Handlung des Trinkens folgt. Das Fehlen des Durstgefühls wird als Adipsie bezeichnet. Ein gesteigertes Durstgefühl wird als Polydipsie bezeichnet.

Sprache

Aufgrund der in Mitteleuropa nahezu flächendeckend erreichbaren Wasservorkommen und der damit verbundenen jederzeitigen Möglichkeit, den Durst zu stillen, hat sich u. a. in der deutschen Sprache kein eigener Begriff zum Gegenteil von Durst entwickelt, wie dies in anderen Sprachen – speziell bei in trockenen Regionen ansässigen Völkern – der Fall ist. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde dazu das Kunstwort sitt erfunden. Es soll das Fehlen von Durst, vergleichbar mit satt bei Hunger, bezeichnen.

Redewendungen

  • Figurativ wird Durst auch als Bezeichnung für ein (heftiges) Verlangen benutzt: Durst nach Freiheit, Blutdurst.
  • Einen über den Durst trinken: mehr als sinnvoll oder verträglich von einem alkoholhaltigen Getränk trinken.
  • Durst ist schlimmer als Heimweh: eine Metapher für die Erfahrung, dass Lebensnotwendiges über Emotionalem steht (vgl. Maslowsche Bedürfnispyramide). Dem deutschen Landser während des Afrikafeldzugs zugeschrieben.
  • den Durst stillen

Siehe auch

  • Adipsie
  • Tanha – Durst, Gier, Ursache des Leidens. Terminus des Buddhismus
  • Verdursten
  • Durstversuch zwecks Abgrenzung der Polyurie von der Polydipsie bei Verdacht auf Diabetes insipidus

Weblinks


Das könnte dich auch interessieren