Fingerhüte

Dieser Artikel befasst sich mit der Pflanzengattung Digitalis (Fingerhüte). Für weitere Bedeutungen siehe Fingerhut.
Fingerhüte
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Digitalideae
Gattung: Fingerhüte
Wissenschaftlicher Name
Digitalis
L.
Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)
Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)
Rostfarbener Fingerhut (Digitalis ferruginea)
Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora)

Die Fingerhüte (Digitalis) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Der botanische Name leitet sich ab von lat. digitus für „Finger“.

Beschreibung

Digitalis-Arten wachsen als zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, die selten an der Basis etwas verholzen. Die Stängel sind höchsten an ihrer Basis verzweigt. Die wechselständig, manchmal grundständig zusammenstehenden Laubblätter sind einfach. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt.

Die Blüten stehen in endständigen, manchmal verzweigten, traubigen Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen, mit kurzen Kelchzipfeln. Die fünf Kronblätter sind röhrig bis glockenförmig verwachsen. Die Blütenkrone ist zweilippig; die Unterlippe ist dreilappig und bei der Oberlippe sind keine Kronlappen erkennbar. Es sind nur vier Staubblätter vorhanden; sie ragen nicht aus der Kronröhre heraus. Die Staubbeutel berühren sich paarweise. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe.

Die eiförmige Kapselfrucht enthält viele kleine, gerippte Samen.

Verbreitung

Die Gattung ist in Europa, Nordafrika und im westlichen Asien heimisch, ihr Verbreitungsschwerpunkt ist Südeuropa. In Deutschland kommen drei Arten vor: der Großblütige Fingerhut, der Gelbe Fingerhut sowie der Rote Fingerhut, als Neophyt findet sich auch der Wollige Fingerhut.

Verwendung

Die in den Pflanzen enthaltenen Digitalisglykoside werden therapeutisch zur symptomatischen Therapie der Herzinsuffizienz eingesetzt, da sie eine positiv inotrope Wirkung am Herzen zeigen. In hohen Dosen wirken sie als Gift, welches durch verschiedene Herzrhythmusstörungen zum Tod führt.

Systematik

Es gibt etwa 25 Digitalis-Arten (Auswahl) [1]:

  • Digitalis ciliata Trautv.
  • Digitalis dubia Rodr., kommt nur auf den Balearen vor.
  • Rostfarbener Fingerhut (Digitalis ferruginea L.)
  • Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora Mill.)
  • Digitalis laevigata Waldst. & Kit.
  • Türkischer Fingerhut (Digitalis lamarckii Ivanina)
  • Wolliger Fingerhut (Digitalis lanata Ehrh.)
  • Digitalis leucophaea Sibth. & Sm., kommt nur in Griechenland vor.
  • Gelber Fingerhut (Digitalis lutea L.)
  • Digitalis mariana Boiss.
  • Digitalis micrantha Roth ex Schweigg.
  • Digitalis nervosa Steud. & Hochst. ex Benth.
  • Spanischer Fingerhut (Digitalis obscura L.)
  • Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora Jacq.)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea L.)
  • Digitalis thapsi L., kommt nur in Portugal und Spanien vor.
  • Digitalis trojana Ivanina
  • Digitalis viridiflora Lindl.

Siehe auch

  • Kanarische Fingerhüte (Isoplexis)

Quellen

  • Deyuan Hong, Hanbi Yang, Cun-li Jin, Manfred A. Fischer, Noel H. Holmgren & Robert R. Mill, Volume 18, S. 53: Scrophulariaceae in der Flora of China: Digitalis - Online.
  • Vernon Hilton Heywood: Digitalis L. In Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. Band 3. S. 239-241. Cambridge University Press. 1972. ISBN 0-521-08489-X

Einzelnachweise

  1. Eintrag bei GRIN.

Weblinks

 Commons: Fingerhüte (Digitalis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Das könnte Dich auch interessieren