Flachland-Kaukasus-Linie


Als Flachland-Kaukasus-Linie bezeichnet man eine Zuchtlinie bei der Erhaltungszucht der vom Aussterben bedrohten Wisente. Alle Tiere dieser Wisente gehen auf den Bullen Kaukasus mit der Zuchtbuchnummer 100 zurück.

Wisente waren in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg unmittelbar vom Aussterben bedroht. Die im heutigen Nationalpark Białowieża frei lebenden Wisente waren unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gewildert worden. Die letzten Tiere der Unterart Kaukasus-Wisent wurden 1927 abgeschossen. Die Bemühungen um den Erhalt der Art begannen in den 1920er Jahren und waren auf den Erhalt der Art generell gerichtet. Dabei bemühte man sich aller Wisente habhaft zu werden, die in Tiergärten und Gehegen lebten. Neben einer Einkreuzung von Bisons wurde auch auf die Unterartzugehörigkeit kein Wert gelegt. Wesentlichen Anteil an der Erhaltungszucht hatte der Bulle Kaukasus, der von kaukasischen, frei lebenden Wisenten abstammte und 1908 nach Deutschland gebracht wurde, wo er unter Zuchtbedingungen mit Kühen der Unterart Flachlandwisent verpaart wurde. Seit ein hinreichender Bestand an Wisenten nachgezüchtet worden ist, wird auf den Erhalt der reinblütigen Flachlandwisente stärker Wert gelegt. Sie bilden die sogenannte Flachlandlinie und werden nicht mehr mit Tieren der Flachland-Kaukasus-Linie verpaart.

Zu den bekanntesten Vertretern der Flachland-Kaukasus-Linie zählt der Bulle Pulpit, der 1964 und 1965 mehrfach aus seinem Reservat in den Karpaten ab- und Südpolen durchwanderte. Er erregte großes Medieninteresse, weil er sich mitunter in Bauerndörfern und Kleinstädten einfand, wo er Gemüse von Marktständen stahl und sich von Schulkindern mit Brot füttern ließ.

Literatur

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