Franz Theodor Doflein

Franz John Theodor Doflein (* 5. April 1873 in Paris; † 24. August 1924 in Obernigk, Schlesien) war ein deutscher Zoologe. Neben seinem Hauptarbeitsgebiet, der Protozoenkunde, beschäftigte er sich mit systematischer Zoologie und funktioneller Ökologie der Tiere.

Datei:Franz Doflein.jpg
Franz Doflein (1873–1924) aus Hesse 1924

Leben

Franz Doflein studierte Naturwissenschaften in München und Straßburg von 1893 bis 1898, wobei er nachhaltig von Ludwig Döderlein beeinflusst wurde. Von 1901 an war er an der königlich bayerischen Zoologischen Staatssammlung München beschäftigt, die er ab 1902 unter dem Institutsvorstand Richard Hertwig leitete. 1912 wurde er Nachfolger von August Weismann am Lehrstuhl für Zoologie an der Universität Freiburg im Breisgau und schließlich 1918 Nachfolger von Willy Kükenthal in Breslau. Sein Assistent Otto Koehler wurde zu einem der Begründer der Ethologie in Deutschland. Doflein unternahm mehrere ausgedehnte Forschungsreisen (Mittelamerika, USA: 1898; China, Japan, Ceylon: 1904–1905; Makedonien: 1917–1918). Nachhaltig bedeutsam ist unter anderem das Ergebnis seiner Sammeltätigkeit in Japan (1904), von wo er vor allem aus der Sagami-Bucht reichhaltiges Material von Meerestieren nach München zurückbrachte.

Datei:Tiefseefauna.jpg
Rekonstruktion der ökologischen Faunengemeinschaft am Grund der Sagami-Bucht aus Doflein (1914)

Sein Lehrbuch der Protozoenkunde war das erste umfangreiche zusammenfassende Lehrbuch auf diesem Gebiet. Im zweiten Band von Tierbau und Tierleben (herausgegeben zusammen mit Richard Hesse) bezog er den Menschen in Betrachtungen über ökologische Zusammenhänge mit ein. Seine Reisebeschreibungen Ostasienfahrt (1906) oder Mazedonie (1921) enthalten neben eigenen Aquarellen, Zeichnungen und Fotografien sowohl biologisch bzw. zoologisch als auch zeitgeschichtlich interessante Informationen zu Land und Leuten.

Werke

  • Lehrbuch der Protozoenkunde – eine Darstellung der Naturgeschichte der Protozoen mit besonderer Berücksichtigung der parasitischen und pathogenen Formen. Fischer, Jena 1906.
  • Tierbau und Tierleben in ihrem Zusammenhang betrachtet. 2. Band: Das Tier als Glied des Naturganzen. B. G. Teubner, Berlin und Leipzig 1914.
  • Der Ameisenlöwe – eine biologische, tierpsychologische und reflexbiologische Untersuchung. Fischer, Jena 1916.
  • Von den Antillen zum Fernen Westen. Reiseskizzen eines Naturforschers. Jena 1900.
  • Ostasienfahrt – Erlebnisse und Beobachtungen eines Naturforschers in China, Japan und Ceylon. Teubner, Leipzig und Berlin 1906 E-Text von BioLib.de.
  • Mazedonien – Erlebnisse und Beobachtungen eines Naturforschers im Gefolge des deutschen Heeres. Fischer, Jena 1921.

Literatur

  • Hesse, R.: Franz Doflein: Nachruf. Zoologisches Jahrbuch - Abteilung für Anatomie und Ontogenie der Tiere. 47: 190-211, 1924
  • Frisch, K.: Geheimrat Prof. Franz Doflein †: Nachruf. Ostdeutscher Naturwart. Jhrg 1925 (1): 1-7, 1925
  • Eckert, C., Janussen, D. Die Glasschwämme der Sagami-Bucht und ihre Erforschung. Natur und Museum (Frankfurt) 135 (5/6): 105-116, 2005

Weblinks

 Wikisource: Franz Doflein – Quellen und Volltexte

Das könnte Dich auch interessieren