Friedrich Heinrich Bidder

Friedrich Heinrich Bidder

Georg Friedrich Karl Heinrich Bidder (* 28. Oktoberjul./ 9. November 1810greg. auf dem Gut Laudohn, Gouvernement Livland; † 15. Augustjul./ 27. August 1894greg.[1] in Dorpat, Gouvernement Livland) war ein deutschbaltischer Pathologe und Physiologe.

Leben und Medizin

Friedrich Heinrich Bidder wurde als Sohn des Gutsverwalters Ernst Christian Bidder und dessen Ehefrau Amalie Jacobine Bidder, geb. Strohkirch, geboren.

Von 1821 bis 1824 besuchte er die renommierte Privatschule des väterlichen Bruders Karl Johann Bidder (1777-1824) in der livländischen Hauptstadt Riga, dann von 1824 bis 1827 das Gymnasium in der kurländischen Hauptstadt Mitau.

Bidder studierte ab 1828 Medizin an der Universität Tartu (damals Kaiserliche Universität zu Dorpat), wo er 1834 seinen Doktortitel erlangte. Anschließend ging er als Stipendiat der russischen Regierung für anderthalb Jahre nach Deutschland, wo er sich in Berlin, Halle und Leipzig weiterbildete.

Nach seiner Rückkehr nach Dorpat wurde er außerordentlicher Professor der Anatomie und Prosektor. 1842 wurde er ordentlicher Professor der Anatomie. Im folgenden Jahr wechselte er auf den Lehrstuhl der Physiologie. Ab 1857 war er korrespondierendes Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften. Von 1858 bis 1865 war Bidder Rektor der Universität Tartu. 1869 ging er in den Ruhestand.

1879 erhielt er als erster die Baer-Medaille. 1877 wurde er Präsident der Dorpater Naturforscher-Versammlung. 1884 wurde Bidder zum Ehrenmitglied der russischen Akademie der Wissenschaften und beratenden Mitglied des Medizinalrats in Sankt Petersburg ernannt.

Wissenschaftliche Entdeckungen

1842 zeigte er mit seiner Untersuchung Die Selbständigkeit des vegetativen Nervensystems durch anatomische Untersuchungen nachgewiesen, dass Protein-Moleküle, wenn sie im Körper nicht mehr gebraucht werden, in Harnstoff zerfallen.

1852 veröffentlichte er mit Carl Ernst Heinrich Schmidt Die Verdauungssäfte und der Stoffwechsel. Eine physiologisch-chemische Untersuchung.[2]

Mit Alfred Wilhelm Volkmann erforschte er den Sympathikus und ab 1855 mit Karl Wilhelm von Kupffer das Rückenmark.[3]

Er war Entdecker des Bidderschen Organs. Die Erkenntnisse Claude Bernards zur Bauchspeicheldrüse stellte er in Frage.[4]

Privatleben

Bidder heiratete im Juni 1837 Maria Rapp. Seine Söhne waren die Mediziner Friedrich Ernst Bidder (1839-1902) und Alfred Bidder (1844-1905).

Literatur

  • Ludwig Stieda: Bidder, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 538–540.
  • Achard Thomas: Der Physiologe Friedrich Bidder. Zürich: Juris Druck + Verlag 1969
  • Eesti elulood. Tallinn: Eesti entsüklopeediakirjastus 2000 (= Eesti Entsüklopeedia 14) ISBN 9985-70-064-3, S. 36

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Beerdigungsregister der Universitätsgemeinde zu Dorpat (estnisch: Tartu ülikooli kogudus)
  2. http://www.bod.ch/index.php?id=296&objk_id=96487
  3. http://opus.bsz-bw.de/swop/volltexte/2003/19/pdf/dierig-neuronen.pdf
  4. http://www.solvay-arzneimittel.de/patienten/magendarm/bauchspeicheldruese/historisches/literaturkritik/0,,41206-4-0,00.htm

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