Kalkung

Kohlensaurer Kalk aus natürlichem Abbau hat eine langsame und nachhaltige Wirkung im Boden und ist für die Bodenorganismen besonders gut verträglich. Die Probe enthält 90 % Calciumcarbonat und 2 % Magnesiumcarbonat
Unter Kalkung oder auch Kalkdüngung versteht man eine Maßnahme zur Erhöhung des pH-Wertes eines Bodens durch Verteilung von Kalksteinmehl oder Branntkalk. Kalkungen werden durchgeführt, um Bodenversauerungen entgegenzuwirken und um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Um Waldschäden einzudämmen, werden immer mehr Bodenschutzkalkungen durchgeführt. In der Regel wird dabei eine oberflächliche Kalkung durchgeführt. Hubschrauber und Agrarflugzeuge verbreiten den Kalk großflächig über dem Wald. Für die verschiedenen Standorte muss abgewogen werden, ob eine Kalkung durchgeführt werden sollte oder nicht.

Kalkdünger

Kalkdünger wie beispielsweise Kohlensaurer Kalk, Branntkalk, Löschkalk, Hüttenkalk, Konvertkalk, Carbokalk oder andere Rückstandskalke dienen neben der Anhebung des pH-Wertes auch zur Versorgung der Pflanzen mit Calcium und teilweise auch Magnesium.

Naturkalke (Ca-Carbonate) werden abgebaut als Kalkgestein (z. B. Kreide, Kalkmergel, Mergel, Dolomit) und sind weit verbreitet. Sie werden ergänzt durch Industriekalke sowie kalkhaltige Stickstoffdünger (Kalkammonsalpeter, Kalkstickstoff, Kalksalpeter) und Phosphatdünger (Superphosphate).

Kalkbedarf und pH-Bereich

Kalkung eines Ackers in Devon

Die richtige Dosierung der Kalkdüngung erfordert eine Bodenanalyse und eine Zielgröße für die anzustrebende Bodenreaktion (Boden-pH). Bei leichten Böden wird ein etwas niedrigerer pH-Wert (5,0 bis 6,0) angestrebt, als bei schweren Böden (5,5 bis 7,0). Einige Pflanzen sind an bestimmte Säurebereiche so eng angepasst, dass sie als Indikatoren für den aktuell vorhandenen pH-Wert dienen können.

Nach dem Einsatzzweck werden die Gesundungskalkung zur Deckung von Nachholbedarf und die Erhaltungskalkung unterschieden. Je nach Pufferkapazität des Bodens werden schnell wirkende Kalkformen wie Branntkalk CaO oder Löschkalk Ca(OH)2 für schwere Böden bevorzugt, während auf leichteren Böden Kalkmergel oder Hüttenkalk verwendet wird, um eine Überkalkung zu verhindern.

Bei der Einstellung eines günstigen pH-Bereiches sind weniger die direkten Auswirkungen der H+-Ionen maßgebend, als die Verfügbarkeit von Nährstoffen für die Kulturpflanzen und die Struktureigenschaften des Bodens bei dem jeweiligen pH-Wert. Bei sauren Böden sind neben dem Kalzium auch Magnesium, Kalium, Phosphor und Molybdän durch Auswaschung (Verarmung) oder Festlegung nicht pflanzenverfügbar. Ab einem Wert pH < 3 wirkt sich die H+-Toxizität aus.

Bei einer Überkalkung werden dagegen Eisen, Mangan und Bor festgelegt. Ab einem Wert pH > 9 kommt eine OH--Toxizität als Primärschaden zustande.

Siehe auch

Quellen

  • Arnold Finck: Pflanzenernährung in Stichworten. 3. überarbeitete Auflage. Hirt, Kiel 1976, ISBN 3-554-80197-6, (Hirts Stichwortbücher), S. 130.

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