M2 (Influenza)

M2 (Influenza)

M2 (Influenza)

Stäbchenmodell des Tetramer komplexiert mit Rimantadin (Kalotten) von oben und seitlich, nach PDB 2RLF
Masse/Länge Primärstruktur 97 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homotetramer
Isoformen M1, M2
Bezeichner
Gen-Name(n) M
Externe IDs UniProtP35938
Transporter-Klassifikation
TCDB 1.A.19.1.1
Bezeichnung Influenza A/M2-Kanal
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Influenzavirus A

M2 ist ein Membranprotein in der Virushülle von Mitgliedern der Gattung Influenzavirus A. M2 ermöglicht den Zufluss von Protonen in das Virusinnere, nachdem das Virus innerhalb eines Lysosoms in die Zielzelle eingedrungen ist. Innerhalb des Lysosoms herrscht ein niedriger pH-Wert, was zum Einströmen der Protonen und Ansäuerung im Virusinneren führt. Dadurch kommt es zu einer Konformationsänderung des Hämagglutinins in der Virushülle und zum Ausstülpen einer Fusionssequenz, die eine Verschmelzung von Virushülle und Membran des Lysosoms einleitet. Nach dieser Verschmelzung wird das Virusinnere mit den RNA-haltigen Viruskapsiden in das Zytosol freigegeben. Das M2-Protein ist in der Funktion des Protonentransports ein Transportprotein und hat die Form eines Kanals.[1]

Das Matrixprotein M2 ist eines der drei integralen Membranproteine des Influenzavirus-Virions. Die messenger-RNA für das M2-Protein entsteht nach dem Spleißen.[2] Gegen Ende des Infektionszyklus, wenn die Oberflächenproteine des Virus in der Zellmembran verankert werden, ist das M2-Protein bei der Entfernung von Protonen aus den Golgi-Vesikeln beteiligt, in denen die Virusproteine zur Zellmembran transportiert werden.

Mutationen im transmembranären Bereich des M2-Proteins sind für einen Teil der Resistenzen gegen Medikamente (Amantadin) verantwortlich.[3]

Einzelnachweise

  1. UniProt P35938
  2. Chizhmakov IV, Geraghty FM, Ogden DC, Hayhurst A, Antoniou M, Hay AJ: Selective proton permeability and pH regulation of the influenza virus M2 channel expressed in mouse erythroleukaemia cells. J. Physiol. (1996) 494:329–36
  3. Hay AJ, Wolstenholme AJ, Skehel JJ, Smith MH. 1985. The molecular basis of the specific anti-influenza action of amantadine. EMBO J. 4:3021–24

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.