Pleiospilos

Pleiospilos
Pleiospilos nelii

Pleiospilos nelii

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Mittagsblumengewächse (Aizoaceae)
Unterfamilie: Ruschioideae
Gattung: Pleiospilos
Wissenschaftlicher Name
Pleiospilos
N.E.Br.

Pleiospilos ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae). Der botanische Name der Gattung leitet sich von den griechischen Worten pleio für „viele“ und οπίλος (spilos) für „Fleck“ ab und verweist auf die zahlreichen auf den Blättern sichtbaren kleinen Flecken.

Beschreibung

Die Pflanzen der Gattung Pleiospilos wachsen kompakt bis rasenartig und sind nur selten nicht verzweigt. Jede Verzweigung trägt ein bis vier Blattpaare. Die graugrünen oder bräunlichen, an der Basis verwachsenen Laubblätter sind dreieckig bis halbkugelförmig und längs geweitet bis gewölbt. Ihre Oberfläche ist mit einer unregelmäßig dicken Wachsschicht überzogen, die sich leicht abreiben lässt. Durch die unterhalb der kristallfreien äußeren Epidermiswand befindlichen tanninhaltigen Idioblasten sehen die Blätter gefleckt aus. Die Spaltöffnungen der Epidermis sind nicht eingesenkt.

Über Hochblättern erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen bis zu drei Blüten. Der Kelch ist fünf- bis sechs- (selten bis acht-) zipflig. Die zahlreichen Kronblätter sind gelb oder selten weiß gefärbt und manchmal oberhalb des Fruchtknotens zu einer kurzen Röhre verwachsen. Die dunkelgrünen Nektarien bilden einen unauffälligen Ring und umgeben die aufrechten, papillenlosen Staubblätter. Die dunkelbraunen, an der Spitze erhaben und gerundeten Früchte ähneln denen der Gattung Leipoldtia.

Alle Arten blühen in ihrer Heimat im Herbst. Einzige Ausnahme ist Pleiospilos nelii, die im Winter blüht. Die stark duftenden Blüten öffnen sich am späten Nachmittag und bleiben bis kurz nach der Abenddämmerung geöffnet.

Die 9- bis 16- fächrigen Kapselfrüchte besitzen an der Spitze breite, verjüngte Deckelflügel. Die dunkelbraunen, papillösen Samen sind eiförmig und 1 bis 1,5 Millimeter lang sowie 0,9 bis 1,3 Millimeter breit.

Systematik, Chromosomenzahl und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Pleiospilos erstreckt sich in Südafrika vom Westen der Provinz Ostkap, über den Süden der Provinz Nordkap bis in den Osten der Provinz Westkap. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in der Kleinen Karoo. Die Pflanzen wachsen auf nördlich ausgerichteten rotbraunen, schieferhaltigen Hängen oder in Ebenen bei einer jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 200 und 400 Millimeter, die hauptsächlich im März und November fällt.

Die Chromosomenzahl ist $ 2n = 18 $.

Die Erstbeschreibung wurde 1925 von Nicholas Edward Brown veröffentlicht.[1] Die Typusart ist Pleiospilos compactus. Eine Revision der Gattung wurde 1986 von Heidrun Hartmann (* 1942) und Sigrid Liede (* 1957) vorgenommen. Nach Hartmann (2001) wird die Gattung in zwei Untergattungen mit folgenden Arten und Unterarten gegliedert:[2]

  • Untergattung Pleiospilos
    • Pleiospilos simulans N.E.Br.
    • Pleiospilos bolusii N.E.Br.
    • Pleiospilos nelii Schwantes
  • Untergattung Punctillaria (N.E.Br.) H.E.K.Hartmann & Liede
    • Pleiospilos compactus Schwantes
      • Pleiospilos compactus subsp. compactus
      • Pleiospilos compactus subsp. canus (Haw.) H.E.K.Hartmann & Liede
      • Pleiospilos compactus subsp. minor (L.Bolus) H.E.K.Hartmann & Liede
      • Pleiospilos compactus subsp. fergusoniae (L.Bolus) H.E.K.Hartmann & Liede
      • Pleiospilos compactus subsp. sororius (N.E.Br.) H.E.K.Hartmann & Liede
    • Pleiospilos ×purpusii Schwantes

Nachweise

Literatur

  • P. S. Green, Klaus Kubitzki, E. Götz, K. U. Kramer: The Families and Genera of Vascular Plants. Band 1, S. 67-68, Springer, 1990, ISBN 3-540-55509-9
  • Heidrun E. K. Hartmann: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Aizoaceae F-Z, Springer Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2001, S. 218-221, ISBN 3-540-41723-0
  • Gideon Smith u.a.: Mesembs of the World: Illustrated Guide to a Remarkable Succulent Group. Briza Publications 1998, S. 124-127. ISBN 1-875093-13-3

Einzelnachweise

  1. Gardeners' Chronicle. Serie 3, Band 78, S. 433, London 1925
  2. Heidrun E. K. Hartmann: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Aizoaceae F-Z, Springer Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2001, S. 218 f.

Weiterführende Literatur

  • Jörg Ettelt: Pleiospilos bolusii (Hooker f.) N. E. Brown. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 54, Nr. 6, Juni 2003, S. 153 f.
  • H. E. K. Hartmann, S. Liede: Die Gattung Pleiospilos s. lat. (Mesembryanthemaceae) In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Band 106, Nr. 4, S. 433-485, Leipzig 1986

Weblinks

 Commons: Pleiospilos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.