Prozessierung

Dieser Artikel behandelt ein Thema der Biochemie; für andere Bedeutungen siehe Prozess (Begriffsklärung).

Als Prozessierung wird in der Biochemie sowohl die posttranskriptionale Modifizierung eukaryotischer RNA (kurz RNA-Prozessierung) als auch die posttranslationale Modifikation von Proteinen (kurz Protein-Prozessierung) bezeichnet.

RNA-Prozessierung

Für weiterführende Informationen siehe den Abschnitt Eukaryotische prä-mRNA-Prozessierung im Artikel mRNA.

Alle Modifikationen finden an der prä-mRNA, statt, damit diese als „reife mRNA“ aus dem Zellkern exportiert werden kann.

Unter RNA-Prozessierung werden verschiedene Vorgänge zusammengefasst:

  • Capping: Anhängen der 5'-Cap-Struktur Bereits kurz nach Beginn der Transkription wird das 5' Ende der sich in Synthese befindlichen Prä-mRNA zu einer Struktur umgewandelt, die als "Cap" bezeichnet wird und die mRNA vor der Verdauung durch 5'-Exonucleasen und Phosphatasen schützt.
  • Polyadenylierung: Anhängen des Poly(A)-Schwanzes an dem neuentstandenen 3'- Ende der hn-RNA (bis zu 250 Nucleotiden lang). Dieser Poly(A)-Schwanz erleichtertden Export der mRNA in das Cytoplasma und schützt außerdem das 3'-Ende vor einem enzymatischen Abbau.
  • RNA-Editing (d.h. Verändern einzelner oder mehrerer Nukleinbasen) so kann z.B. durch das Editing stromaufwärts des alten Stoppcodons ein neues entstehen, wodurch die Translation vorher abbricht und u.U. ein völlig anderes Protein entsteht. Das Editing kann von Zelle zu Zelle unterschiedlich sein.
  • Splicing: Spleißen der prä-mRNA in Introns und Exons. Nicht kodierende Introns werden herausgeschnitten.

Protein-Prozessierung

Proteine können durch Proteolyse, Phosphorylierung, Glykosylierung und viele weitere Reaktionen prozessiert werden.

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