Rhizaria

Rhizaria
Ammonia tepida, eine Foraminifere mit fangbereiten Pseudopodien

Ammonia tepida, eine Foraminifere mit fangbereiten Pseudopodien

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)
ohne Rang: Rhizaria
Wissenschaftlicher Name
Rhizaria
Cavalier-Smith, 1987

Die Rhizaria sind eine Gruppe von einzelligen Lebewesen, die zu den Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern) gestellt werden. Sie umfassen rund 12.000 Arten [1].

Die Systematik der Eukaryoten von Adl et al. 2005 führt die Rhizaria als eine der sechs Taxa dieser Domäne. Einige Gruppen der Rhizaria, insbesondere die beiden umfangreichsten Gruppen, die Foraminiferen (Foraminifera) und die Strahlentierchen (Radiolaria), haben fossil erhaltungsfähige harte Schalen entwickelt und sind in der geologischen Schichtenkunde (Stratigraphie) als Leitfossilien von großer Bedeutung.

Merkmale

Alle Angehörigen der Rhizaria besitzen als kennzeichnendes Merkmal feine Scheinfüßchen, so genannte Pseudopodien. Diese können einfach oder verzweigt sowie über Anastomosen miteinander verknüpft sein. Bei einigen Gruppen gibt es zudem ein versteifendes Zytoskelett aus Mikrotubuli, wodurch die Pseudopodien stachelartig ausgebildet sind und Filopodien bilden.

Die Chlorarachniophyta innerhalb der Cercozoa besitzen Chloroplasten und sind somit zur Photosynthese befähigt.

Systematik

Adl et al. gliederten 2005 die Rhizaria in fünf Gruppen ohne klassische Rangstufen.

Pawlowski hat 2008 die Rhizaria unter Berücksichtung der Erkenntnisse seit der Arbeit von Adl et al. wie folgt untergliedert:[2]

N.N. 
 N.N. 

 Kern-Cercozoa (Filosa)


 N.N. 

 Phytomyxea


     

 Ascetosporea (Haplosporida + Paramyxida)


     

 Foraminifera


     

 Gromiida


     

 Corallomyxa




     

 Radiozoa



Einzelnachweise

  1. Adl, Sina M., Leander, Brian S., Simpson, Alastair G. B., Archibald, John M., Anderson, O. Roger., Bass, David, Bowser, Samuel S., Brugerolle, Guy, Farmer, Mark A., Karpov, Sergey, Kolisko, Martin, Lane, Christopher E., Lodge, Deborah J., Mann, David G., Meisterfeld, Ralf, Mendoza, Leonel, Moestrup, Øjvind, Mozley-Standridge, Sharon E., Smirnov, Alexey V. and Spiegel, Frederick (2007) Diversity, Nomenclature and Taxonomy of Protists, In: Systematic Biology, 56:4, 685
  2. Jan Pawlowski: The twilight of Sarcodina: a molecular perspective on the polyphyletic origin of amoeboid protists. Protistology, Band 5, 2008, S. 281–302. (pdf, 570 kB)

Literatur

  • Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005; S. 399–451 (Abstract und Volltext).

Weblinks

 Commons: Rhizaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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