Walter Rosenthal

Walter Rosenthal (* 11. Oktober 1954 in Siegen) ist ein deutscher Arzt und Pharmakologe. Er ist seit 2003 Professor für Molekulare Pharmakologie an der Berliner Charité und seit Anfang 2009 wissenschaftlicher Direktor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch, nachdem er zuvor seit 1996 das heutige Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie geleitet hatte.

Leben

Walter Rosenthal wurde 1954 in Siegen geboren und studierte von 1974 bis 1981 Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein praktisches Jahr absolvierte er von 1980 bis 1981 am Royal Free Hospital, einem Lehrkrankenhaus in London. Im Jahr 1983 promovierte er in Gießen mit einem pharmakologischen Thema, sieben Jahre später folgte die Habilitation an der Freien Universität Berlin für das Fach Pharmakologie und Toxikologie. Von 1983 bis 1984 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Pharmakologischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg tätig, anschließend wechselte er bis 1991 an das Institut für Pharmakologie der Freien Universität Berlin.

Von 1991 bis 1993 wirkte er mit einem Heisenberg-Stipendium als Gastprofessor am Baylor College of Medicine in der texanischen Stadt Houston. Im Jahr 1993 wurde er als Professor und geschäftsführender Direktor an das Rudolf-Buchheim-Institut für Pharmakologie der Universität Gießen berufen. Drei Jahre später ging er nach Berlin und übernahm dort den Posten des Direktors des Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), dem heutigen Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie.

Darüber hinaus war Walter Rosenthal von 1998 bis 2003 Professor am Institut für Pharmakologie der Freien Universität Berlin, seit 2003 ist er Professor für Molekulare Pharmakologie am Institut für Pharmakologie der Charité. Im Januar 2009 wechselte er vom FMP an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch, eine Großforschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit rund 880 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von rund 50 Millionen Euro, an dem er zum wissenschaftlichen Direktor und zum Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes berufen wurde. Am MDC ist er Nachfolger von Walter Birchmeier.

2011 wurde Rosenthal in die Leopoldina gewählt.

Werke (Auswahl)

  • Encyclopedic Reference of Molecular Pharmacology. Berlin, Heidenberg und New York 2004 (als Mitherausgeber)
  • Encyclopedia of Molecular Pharmacology. Zwei Bände. Berlin, Heidenberg und New York 2008 (als Mitherausgeber)

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