23andMe

23andMe
Rechtsform
Gründung April 2006
Sitz Mountain View
Leitung Anne Wojcicki, Andy Page, Esther Dyson, Patrick Chung[1]
Mitarbeiter 80 (2012)[2]
Produkte Gentests
Website 23andMe.com
Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt

23andMe ist ein US-amerikanisches Unternehmen im Bereich der Biotechnologie.

Unternehmen

Das Unternehmen wurde im April 2006 von Linda Avey und Anne Wojcicki gegründet, der Frau von Google-Gründer Sergei Brin. Das Startkapital in Höhe von 3,9 Millionen USD stammte von Google Inc.[3] Im wissenschaftlichen Beirat sitzen sieben Professoren verschiedener US-amerikanischer Hochschulen.[4] Linda Avey verließ das Unternehmen 2009.[5]

Geschäftsbereich

Der Name des Unternehmens bezieht sich auf die 23 Chromosomenpaare eines Menschen. Ab Dezember 2007 bot es Privatpersonen eine Untersuchung ihrer genetischen Informationen an.[6][7] Das Angebot war zunächst nur für amerikanische Kunden möglich, seit Januar 2008 auch in Deutschland. In mehreren Stufen wurde der Preis von anfangs $ 999 auf $ 99 gesenkt (Stand Dezember 2012), zuzüglich Versandkosten (für Deutschland etwa $ 60). Die derzeitige Kundenanzahl beträgt 180.000.[8]

Die eingesendete Speichelprobe wird auf etwa 200 genetisch bedingte Krankheiten und 99 weitere Veranlagungen untersucht. Auch eine Abstammungsuntersuchung ist beinhaltet. Untersucht werden über 500.000 Abschnitte des menschlichen Erbguts, die Single Nucleotide Polymorphism ausweisen und die persönlichen Merkmale ausmachen.[9][10][11][12][13]

Kritik

Von Selbsthilfegruppen wurde kritisiert, dass das Ergebnis nur über Internet und nicht persönlich vermittelt wird. Datenschützer befürchten, dass Informationen an Arbeitgeber gelangen könnten.[14] Wissenschaftler kritisieren außerdem, dass das Risiko für bestimmte Krankheiten nicht allein durch die genetische Disposition bestimmt wird, sondern auch – oftmals sogar überwiegend – durch die Lebensweise (z. B. Ernährung, Bewegung).[15]

Im Juni 2010 berichtete der Blog The Great Beyond des wissenschaftlichen Fachmagazins Nature, dass 23andMe Daten bzw. DNA-Proben von 96 Kunden verwechselt hat.[16][17]

Wettbewerber

Im Bereich der privaten Genanalyse sind das isländische Unternehmen DeCODE Genetics, das US-Unternehmen Navigenics und das deutsche Unternehmen CoGAP Wettbewerber, wobei Navigenics mittlerweile an die Firma Life Technologies veräußert wurde.

Siehe auch

  • Genomweite Assoziationsstudie

Einzelnachweise

  1. Board Members
  2. 80 Mitarbeiter
  3. 3,9 Mio US Dollar Startkapital
  4. Scientific advisory board, abgerufen am 28. Dezember 2012
  5. Avey 2009, abgerufen am 28. Dezember 2012
  6. Jens Ihlenfeld: 23andMe - Das eigene Genom im Web. In: Golem, 19. November 2007 (online)
  7. Marco Evers: Peepshow ins Ich. Ein Selbstversuch. In: Der Spiegel 23/2008 (online).
  8. 180.000 Kunden
  9. January 18, 2007 (18. Januar 2007): Roundup: Genetics, Semel’s choke, Wikiseek, MySpace story and more. VentureBeat. Abgerufen am 2. Juli 2010.
  10. 23andMe Revisited. The Genetic Genealogist (9. April 2007). Abgerufen am 2. Juli 2010.
  11. Thomas Goetz: 23AndMe Will Decode Your DNA for $1,000. Welcome to the Age of Genomics. Wired.com. Abgerufen am 2. Juli 2010.
  12. 23andMe and converging technologies. Corporeality.net (20. Mai 2007). Abgerufen am 2. Juli 2010.
  13. Thomas Soederqvist. Museion.ku.dk. Abgerufen am 2. Juli 2010.
  14. Experten warnen vor neuen Internet-Gentests. In: Die Welt online, 4. Juni 2008 (online).
  15. Falscher Vater, falsche Krankheit - Verwechslung bei DNA-Tests In: IQ - Wissenschaft und Forschung 18. Juni 2010, (online als Podcast).
  16. (Consumer genomics company snafu).
  17. ''Gentest-Firma vertauscht DNA-Ergebnisse ihrer Kunden''. Spiegel.de. Abgerufen am 2. Juli 2010.

Weblinks

37.426336-122.097972Koordinaten: 37° 25′ 35″ N, 122° 5′ 53″ W