Weißschenkliger Langur (Presbytis siamensis)

Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) sind baumlebende, tagaktive Primaten aus der Teilordnung der Altweltaffen (Catarrhini). Sie sind in Indonesien (Ost-Sumatra und Riau-Inseln in der Straße von Malakka), auf der malayischen Halbinsel (außer im Süden und Nordwesten) und im äußersten Süden der thailändischen Halbinsel verbreitet. In Sumatra bewohnen sie ein paar kleine Teile der östlichen Wälder zwischen den Flüssen Siak und Inderagiri, zwischen den Flüssen Rokan und Barimun, in der Lake Toba Region, und vielleicht im Bezirk Jambi. Auf den Riau-Inseln leben sie auf Kundar, Bintang und wahrscheinlich Batam und Galang. Isolierte Populationen sind im Verbreitungsgebiet des Bindenlangurs (Presbytis femoralis) in Thailand und im Verbreitungsgebiet des Sumatra-Langurs (Presbytis melalophos) auf Sumatra bekannt [1].


Lebensraum

Es gibt nur sehr wenig Informationen über Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) in Bezug auf Lebensraum und Ökologie, außer das, was von eng verwandten Arten abgeleitet werden kann. Von der Unterart Presbytis. s. rhionis ist bekannt, dass sie in feuchten Wäldern im Flachland leben, sowie in Sumpfwäldern und sekundären Nachwüchsen [5].


Aussehen

Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) sind schlank gebaut und haben ein graues oder bräunlich-graues Fell, das an der Unterseite und rund um die Wangen ins Hellgrau bis Weiß übergeht. Die Gesichtshaut ist dunkelgrau bis fast schwarz, manchmal ist die Haut um die Augen blasser und bildet undeutliche Ringe. Die Hände, Füße und der distale Teil des Schwanzes sind schwarz [1]. Die Körperlänge einschließlich Kopf reicht von 41 bis 50 cm, hinzu kommt der Schwanz mit 60 bis 74 cm. Das durchschnittliche Körpergewicht der erwachsenen Tiere liegt bei etwa 5 kg [4].


Gruppenleben

Die soziale Gruppen der Weißschenkligen Languren (Presbytis siamensis) bestehen aus einem erwachsenen Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachkommen. Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) ernähren sich von jungen Blättern, Samen und Waldfrüchten [4].


Taxonomie

Früher galten Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) als eine Unterart des Bindenlangurs, heute haben sie den Status einer eigenständigen Art. Primatologen unterscheiden vier Unterarten [1]:

  • Presbytis siamensis siamensis ist über den größten Teil der malayischen Halbinsel (außer im Süden und Nordwesten) und in Thailand verbreitet.
  • Presbytis siamensis rhionis ist nur auf der Insel Pulau Bintang (Riau-Archipel, Indonesien) bekannt, könnte aber auch auf den Inseln Pulau Batam und Pulau Galang vorkommen.
  • Presbytis siamensis cana ist auf Ost-Sumatra zwischen den Flüssen Siak und Inderagiri und auf der Insel Palau Kundur im Riau-Archipel verbreitet.
  • Presbytis siamensis paenulata ist auf Ost- und Zentral-Sumatra beheimatet, wo sie auf einen kleinen Keil aus Küstenwald beschränkt sind. Eine isolierte Population wird aus der Nähe des Lake Toba gemeldet.

Gefahren

Es scheint wahrscheinlich, dass die Entwaldung und die Umwandlung der Lebensräume in landwirtschaftliche Flächen die größte Bedrohung für Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) sind, die Jagd in geringerem Umfang. Stark expandierende Palmölplantagen in ihrem Verbreitungsgebiet gehen auf Kosten ihres Waldhabitats [3].

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat Gründe zu der Annahme, dass sich die Populationen angesichts des umfangreichen Verlusts von Lebensräumen auf dem Abwärtstrend befinden. Sie führt Weißschenklige Languren (Presbytis siamensis) auf der Vorwarnliste (Near Threatened) [3]


Systematik


Literatur

[1] Françis, 2008; [2] Groves, 2001; [3] Nijman, V., Geissman, T. & Meijaard, E. 2008. Presbytis siamensis. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.2. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 21 July 2010; [4] Supriatna und Wahyono, 2000; [5] Yanuar, 1994

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