Der Silbergibbon (Hylobates moloch) ist auf Java endemisch, d.h. er kommt nur dort vor. Man findet ihn in Zentral-Java bis in den Osten bei den Dieng Mountains, sowie in den westlichen Provinzen Banten und West-Java.

Silbergibbons bewohnen floristisch artenreiche Gebiete im relativ ungestörten Regenwald des Flachlands, meist in einer Höhe unterhalb 1.600 m, manchmal findet man sie aber auch in Höhen von 2.000 bis 2.400 m (Nijman 2004). Silbergibbons tolerieren offenbar auch Gebiete als Lebensraum, auf deren ökologie der Mensch bereits Einfluss genommen hat.

Silbergibbons (Hylobates moloch) sind strikte Baumbewohner und wie alle Gibbons nur während des Tages aktiv. Ihre Hauptnahrung besteht aus Früchten (Kappeler 1981, 1984).

Die Weibchen bringen im Durchschnitt alle drei Jahre ein einzelnes Junges zur Welt, das sie sieben Monate ausgetragen haben. Die Nachkommen werden etwa 18 Monate gestillt und bleiben bis zur Geschlechtsreife mit etwa 8 Jahren in ihrer Geburtsgruppe. Erst im Alter von 10 bis 12 Jahren werden sie dann eigene Junge haben (Brockelman et al. 1998).

Silbergibbons (Hylobates moloch) leben wie alle Gibbonarten paarweise und besetzen ein gemeinsames Territorium, das vehement gegen fremde Artgenossen verteidigt wird. Die Größe des Gebiets, das eine Familiengruppe besetzt, ist mit 17 ha relativ klein. Als Mittel zur Revierabgrenzung dienen bei den Silbergibbons ihre Lautäußerungen. Weibchen geben mehrmals am Tag Rufe von sich, deren Tonhöhe sich ständig ändert und mit kurzen Trillern endet. Nähert sich ein fremder Artgenosse dem Territorium, so geben die Männchen ein lautes, einfaches Geheul von sich, um den Fremden einzuschüchtern und ihn zu vertreiben.

Silbergibbons (Hylobates moloch) zählen zu den am meisten bedrohten Primaten. Laut IUCN Rote Liste für gefährdete Arten besteht nur noch eine 50 %ige Chance, dass die Art die nächsten 10 Jahre in freier Wildbahn überlebt. [3] Als Hauptgrund nennt die Organisation die Zerstörung des Lebensraums auf dem von Menschen dicht besiedelten Java. Viele Gibbons werden Opfer des illegalen Tierhandels: Erwachsene Tiere werden getötet, um ihre Kinder auf den Märkten als Haustiere zu verkaufen. [3] In der Wildnis gibt es derzeit weniger als 2000 Silbergibbons, die für den Fortbestand der Art sorgen können.

Viele Zoos haben bereits Zuchtprogramme ins Leben gerufen, trotzdem scheint die Zukunft und das Überleben des Silbergibbons (Hylobates moloch) ungewiss.

Es gibt zwei Unterarten des Silbergibbons:[4]
Westlicher Silbergibbon, Hylobates moloch moloch
östlicher Silbergibbon, Hylobates moloch pongoalsoni


Systematik


Literatur

1. Groves, C. (2005). Wilson, D. E., & Reeder, D. M.. ed. Mammal Species of the World (3rd ed.). Johns Hopkins University Press. pp. 180.
2. Andayani, N., Brockelman, W., Geissmann, T., Nijman, V. & Supriatna, J. (2008). Hylobates moloch. 2008 IUCN Red List of Threatened Species. IUCN 2008.
3. The Silvery Gibbon Project - https://www.silvery.org.au/theirplight.html.
4. Geissmann, Thomas. "Gibbon Systematics and Species Identification". - https://gibbons.de/main/system/intro.html

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