Gänsemarsch

Gänsemarsch an der Nidda
Gänse im gleichnamigen Marsch in Cobstädt

Als Gänsemarsch bezeichnet man eine Form der Fortbewegung, bei der die Teilnehmer hinter einander in einer Reihe laufen. Oft übernimmt ein ortskundiger oder erfahrener Teilnehmer die Spitze. Im Tierreich kommt diese Form häufig bei Wasservögeln und ihren Jungtieren vor, z. B. bei Gänsen (daher der Name).

Gänsemarsch im Militär

Im Militär ist der Gänsemarsch eine Form des Marschierens, die unter bestimmten Geländebedingungen wie Wäldern oder Gebirgspässen notwendig wird.[1] Sie ist allgemein gefährlich, da eine Truppe über eine lange Strecke auseinandergezogen marschiert und leichter angreifbar ist, schlechter kommunizieren kann und langsamer vorankommt, weil Verzögerungen sich auf die Personen dahinter auswirken. Bei längeren Märschen großer Truppenteile, wie sie bei antiken Feldzügen durch Gebirge vorkamen, war das Einlegen von Marschpausen problematisch, weil die später ankommenden Kämpfer weniger Zeit zur Erholung hatten und eine Neuformierung der Marschordnung mehr Zeit braucht. Zudem können große Truppenteile durch relativ wenige Angreifer aufgehalten werden, wenn diese Engpässe blockieren oder Hindernisse einräumen. Der Vorteil einer zahlenmäßigen Überlegenheit kann dann von den Marschierenden nicht optimal genutzt werden. Man hat deshalb manchmal längere Umwege in Kauf genommen, um Gänsemärsche zu vermeiden.

Gänsemärsche haben den Vorteil, dass ein Gegner die Zahl der Marschierenden schlecht einschätzen kann. Insbesondere bei frontal auf den Gegner zumarschierenden Gruppen kann dieser die Stärke erst nach der Auflösung der Marschordnung optisch gut einschätzen. In modernen Kriegen können Minenfelder im Gänsemarsch gefahrloser durchquert werden, wenn am Anfang der Reihe ein Weg gebahnt wird, dem die übrigen Teilnehmer folgen. Ein anderer Vorteil ist, dass bei einem Granateneinschlag weniger Soldaten betroffen sind als bei einer engen Marschordnung. Der Gänsemarsch wird deshalb je nach Situation, Taktik und Truppenstärke abgewogen.

Kindergartenkinder im Gänsemarsch

Gänsemarsch im Alltag

Kindergruppen werden oft im übersichtlichen Gänsemarsch umhergeführt, da die Kinder so gut zusammenbleiben können und keines verloren geht. Im Turnunterricht schult der Gänsemarsch das Gemeinschaftsgefühl und die gemeinsame Koordination.[2]

Einzelnachweise

Die News der letzten Tage

30.01.2023
Ökologie | Physiologie
Ernährungsumstellung: Die Kreativität der fleischfressenden Pflanzen
In tropischen Gebirgen nimmt die Zahl der Insekten mit zunehmender Höhe ab.
27.01.2023
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Neobiota | Ökologie
Auswirkungen von fremden Baumarten auf die biologische Vielfalt
Nicht-einheimische Waldbaumarten können die heimische Artenvielfalt verringern, wenn sie in einheitlichen Beständen angepflanzt sind.
27.01.2023
Biochemie | Botanik | Physiologie
Wie stellen Pflanzen scharfe Substanzen her?
Wissenschaftler*innen haben das entscheidende Enzym gefunden, das den Früchten der Pfefferpflanze (lat Piper nigrum) zu ihrer charakteristischen Schärfe verhilft.
26.01.2023
Biochemie | Mikrobiologie | Physiologie
Ein Bakterium wird durchleuchtet
Den Stoffwechsel eines weit verbreiteten Umweltbakteriums hat ein Forschungsteam nun im Detail aufgeklärt.
26.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Botanik | Physiologie
Schutzstrategien von Pflanzen gegen Frost
Fallen die Temperaturen unter null Grad, bilden sich Eiskristalle auf den Blättern von winterharten Grünpflanzen - Trotzdem überstehen sie Frostphasen in der Regel unbeschadet.
26.01.2023
Entwicklungsbiologie | Genetik
Neues vom Kleinen Blasenmützenmoos
Mithilfe mikroskopischer und genetischer Methoden finden Forschende der Universität Freiburg heraus, dass die Fruchtbarkeit des Laubmooses Physcomitrella durch den Auxin-Transporter PINC beeinflusst wird.
26.01.2023
Klimawandel | Mikrobiologie | Mykologie
Die Art, wie Mikroorganismen sterben beeinflusst den Kohlenstoffgehalt im Boden
Wie Mikroorganismen im Boden sterben, hat Auswirkungen auf die Menge an Kohlenstoff, den sie hinterlassen, wie Forschende herausgefunden haben.
25.01.2023
Entwicklungsbiologie | Evolution
Wie die Evolution auf unterschiedliche Lebenszyklen setzt
Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, eines der Rätsel der Evolution zu lösen.
24.01.2023
Biochemie | Ökologie | Physiologie
Moose verzweigen sich anders... auch auf molekularer Ebene
Nicht-vaskuläre Moose leben in Kolonien, die den Boden bedecken und winzigen Wäldern ähneln.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Genetik
Verfahren der Genom-Editierung optimiert
Im Zuge der Optimierung von Schlüsselverfahren der Genom-Editierung ist es Forscherinnen und Forschern in Heidelberg gelungen, die Effizienz von molekulargenetischen Methoden wie CRISPR/Cas9 zu steigern und ihre Anwendungsgebiete zu erweitern.
24.01.2023
Ökologie | Zoologie
Kooperation der männlichen australischen Spinnenart Australomisidia ergandros
Forschende konnten in einer Studie zeigen, dass Männchen der australischen Spinne Australomisidia ergandros ihre erjagte Beute eher mit den anderen Mitgliedern der Verwandtschaftsgruppe teilen als die Weibchen.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Physiologie
Mutante der Venusfliegenfalle mit Zahlenschwäche
Die neu entdeckte Dyscalculia-Mutante der Venusfliegenfalle hat ihre Fähigkeit verloren, elektrische Impulse zu zählen.
23.01.2023
Biochemie | Physiologie
neue Einblicke in Mechanismen der Geschmackswahrnehmung
Die Komposition der Lebensmittel, aber auch die Speisenabfolge ist für das perfekte Geschmackserlebnis eines Menüs entscheidend.
19.01.2023
Biodiversität | Neobiota | Ökologie
Starke Zunahme von gebietsfremden Landschnecken
Invasive Landschneckenarten können heimische Arten verdrängen und der menschlichen Gesundheit schaden.