Biovision

Stiftung Biovision
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Rechtsform: Stiftung[1]
Zweck: Förderung der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und kommende Generationen[1]
Vorsitz: Andreas Schriber [1]
(Geschäftsführer)
Hans Herren [1]
(Stiftungsrats-Präsident)
Gründungsdatum: 1998 (als Verein)[2]
2004 (als Stiftung)[1]
Sitz: Zürich, Schweiz
Website: www.biovision.ch
kein Stifter angegeben
Afrika - Tätigkeitsgebiet von Biovision

Die Stiftung Biovision ist eine gemeinnützige Organisation für projektbezogene, ökologische und nachhaltige Entwicklungshilfe für Menschen in Afrika und fördert nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Biovision ist die erste Schweizer Stiftung mit dem generellen Konsultativstatus als NGO bei der UNO.

Gründung

Biovision wurde 1998 zunächst in Form eines Vereins vom Schweizer Entomologen Hans Rudolf Herren mit Sitz in Zürich, in der Schweiz, gegründet, um die Lebenssituation der Menschen in Afrika nachhaltig zu verbessern und die Natur als Grundlage allen Lebens zu erhalten. 2004 wurde zu diesem Zweck zusätzlich die Stiftung Biovision, die als Stiftung schweizerischen Rechts unter der Aufsicht des Eidgenössischen Departement des Innern steht, gegründet.[1]

Zweck

Die Stiftung fördert die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und kommende Generationen. Es werden Projekte im Inland und in Entwicklungsgebieten der Dritten Welt unterstützt, welche die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen unter sozialen Bedingungen fördern und gleichzeitig der Erhaltung der Pflanzen- und Tiervielfalt dienen sowie ökologisches Denken und Handeln fördern und unterstützen.[1]

Unternehmensleitbild

Biovision will ökologisches Denken und Handeln fördern und leistet Hilfe zur Selbsthilfe unter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren. Sie strebt eine nachhaltige Entwicklung im Sinne des Brundtland-Berichtes der World Commission on Environment and Development (WCED) aus dem Jahr 1987 an und orientiert sich an den UN-Millenniumszielen (MDGs) in den Gesundheitsbereichen von Menschen, Pflanzen, Tieren und Umwelt.

Arbeitsmethode

Biovision arbeitet nach der 4-H (Health=Gesundheit) Strategie und sieht die Gesundheit als Ausgangspunkt für eine gesunde Entwicklung. Wissenschaftlich abgestützte Methoden zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Entwicklungsregionen sollen die Selbsthilfe in den Bereichen Gesundheit von Menschen, Pflanzen, Tiere und Umwelt fördern. Zur Selbsthilfe gehört insbesondere die Aufklärung der Bevölkerung durch von Biovision ausgebildete einheimische Berater, die Verbreitung von Informationen über das Internet und durch eine eigene Zeitung. Ökologische Methoden im Landbau sowie biologische Methoden in der Bekämpfung von Schädlingen und Krankheitsüberträgern sollen zur Erhaltung der Biodiversität dienen.

Lebenszyklus der Plasmodien

Bei Biovision wird zuerst versucht mit einer Systemanalyse das ganze System zu verstehen, um die geeigneten Ansatzpunkte für die effizienteste, günstigste, einfachste und ökologisch (Bio) sinnvolle Lösung zu finden. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird dann die zukünftige Entwicklung dieser Lösung geplant (Vision) und entsprechende Institutionen geschaffen. Bei der Malaria wurde unter anderem der Lebenszyklus der Plasmodien studiert, um die Malaria mit einer Mehrfachstrategie bekämpfen zu können.

Projekte

Kenia ist Schwerpunktland von Biovision, wo seit 1998 ökologische Methoden zur Gesundheitsförderung und in der Landwirtschaft umgesetzt werden. Hierzu veröffentlicht Biovision die monatliche Zeitschrift "The Organic Farmer".[3] Darin werden Landwirten praktische Tipps zu nachhaltiger Landwirtschaft erteilt. Die Zeitschrift wird über ein Netzwerk von Bauernkooperativen verteilt und erreicht rund 100'000 Menschen.[4] In Nairobi ist der Hauptsitz des von Hans Rudolf Herren geleiteten Forschungsinstitutes icipe. Das icipe ist in rund 30 Ländern Afrikas vernetzt und die grösste Partnerorganisation von Biovision. Seit 2004 führt Biovision in Kenia regelmässig Projekte gegen die Verbreitung von Malaria.[5][6]

Äthiopien wird seit 2001 mit verschiedenen Projekten in der Umsetzung von ökologischen Methoden zur Gesundheitsförderung und in der nachhaltigen Landwirtschaft sowie in der nachhaltigen Landnutzung unterstützt. Biovision arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen und der Zweigstelle des icipe in Addis Ababa und beteiligt sich an der Projekt-Partnerschaft mit Helvetas zur Bekämpfung der Schlafkrankheit in Ostafrika.

In Tansania wird seit 2006 an der Erhaltung der Biodiversität und der schonenden Nutzung der natürlichen Ressourcen gearbeitet. Dazu besteht eine Zusammenarbeit mit dem Eastern Arc Mountains Conservation Endowment Fund (EAMCEF).

International ist Biovision im Informationsbereich mit dem Ziel ökologisches Denken und Handeln zur Erhaltung der Biodiversität und der natürlichen Ressourcen zu fördern in länderübergreifenden Projekten engagiert. Die Internetplattform www.Infonet-Biovision.org und die Bauernzeitung The Organic Farmer verbreiten dazu praxisorientierte Informationen über Gesundheit und Landwirtschaft.

Mit Hans Rudolf Herren als Mitautor und Vizevorsitzender ist Biovision massgeblich am Weltagrarbericht 2008 des Weltagrarrates (IAASTD) beteiligt[7].

Am Erdgipfel in Rio (Rio+20) hat sich Biovision für einen Kurswechsel in der globalen Landwirtschaftspolitik zusammen mit dem Wirtschafts- und Sozialrat der UNO (ECOSOC) in New York stark gemacht.

Finanzierung

Biovision finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Spenden, Legate, Firmenpartnerschaften und führt dazu mit freiwilligen Helfern Informationsanlässe durch.

Botschafterin für Biovision

Die Schweizer Orientierungslauf-Weltmeisterin und Biologin Simone Niggli-Luder setzt sich mit Biovision für eine naturnahe, soziale, gerechte und nachhaltige Entwicklung und eine Welt ohne Hunger ein.

Auszeichnungen

  • Das Biovision Projekt der Muliru Farmers Conservation Group, Kakamega, in Kenia hat den UNDP Equator Preis 2010 für die Verbesserung der lokalen Existenzgrundlage durch kommerzielle Kultivierung und Herstellung von einheimischen Medizinalpflanzen unter Bewahrung der Biodiversität erhalten[8].
  • 2012 erhielt Biovision von den Vereinten Nationen den generellen Konsultativstatus. Die ECOSOC-Kommission würdigte damit den umfassenden Ansatz der Aktivitäten von Biovision. Die Stiftung ist nun berechtigt, an UNO-Konferenzen teilzunehmen, sich an den offiziellen Diskussionen zu beteiligen und mit eigenen Nebenveranstaltungen für ihre Sache zu lobbyieren.

Literatur, DVD

  • Hilfe zur Selbsthilfe: Menschen - Tiere - Pflanzen - Umwelt. DVD d/e/f 33 min., Biovision 2008.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Eintrag der «Stiftung Biovision» im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. Eintrag des «Verein Biovision» im Handelsregister des Kantons Zürich
  3. The Organic Farmer: Bauernzeitung für Afrika
  4. „NGO sind in Kenia wichtiger denn je“, swissinfo, 22. März 2008
  5. „Not macht erfinderisch“, nachhaltigkeit.org, 23. Oktober 2009
  6. Biovision, Bericht im Schweizer Fernsehen, 1. Oktober 2006
  7. http://www.agassessment.org/index.cfm?Page=Secretariat&ItemID=6
  8. Equator Preis Gewinner 2010

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