Capsicum ceratocalyx

Capsicum ceratocalyx
Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Paprika (Capsicum)
Art: Capsicum ceratocalyx
Wissenschaftlicher Name
Capsicum ceratocalyx
Nee

Capsicum ceratocalyx ist eine Ende 2006 beschriebene Art aus der Gattung Paprika (Capsicum) in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Art wurde bisher nur im bolivianischen Departemento La Paz gefunden.

Beschreibung

Capsicum ceratocalyx ist ein etwa 1,5 m hoher Strauch, die jungen Triebe sind fein mit aufrecht gebogenen, einfachen Trichomen behaart, die älteren Triebe sind nahezu unbehaart. Der Sprossaufbau erfolgt sympodial, in den Verzweigungen bilden sich je zwei Blätter aus. Diese sind 2 bis 22,5 × 0,6 bis 6,5 cm groß und treten in zwei Formen auf. Der kleinere Blatttyp ähnelt dem größeren, besitzt aber nur rund 1/3 seiner Größe. Sie sind elliptisch bis umgekehrt lanzettlich, nahezu unbehaart, einige anliegende, 0,2 bis 0,3 mm kurze Trichome sind vor allem am Blattrand zu finden. Die Blattbasis ist zugespitzt und oftmals ungleichmäßig, die Blattspitze ist lang zugespitzt, der Blattrand ist leicht nach oben eingerollt. An den größten Blättern erreichen die Blattstiele eine Länge von bis zu 3 cm, in den blühenden Teilen der Pflanze sind sie meist kürzer als 8 mm.

Die Blütenstände stehen in den Achseln der Blätter des größeren Typs und bestehen aus Gruppen von sechs bis neun Blüten, von denen jedoch meist nur eine bis vier Früchte ausbildet. Die Blüten stehen an Blütenstiele, die während der Blühphase etwa 9 mm lang sind, sich während der Ausbildung der Frucht auf 19 bis 23 mm verlängern. An der Basis haben sie einen Durchmesser von etwa 1 mm, der sich gleichmäßig auf bis zu 2,2 mm am gegenüberliegenden Ende vergrößert. Auffällig ist der gerippte und geflügelte Querschnitt der Blütenstiele. Der Blütenkelch ist kelchförmig, 5 bis 5,5 mm lang, der Rand ist unterbrochen bis gewellt. Auffällig sind die fünf eingebogenen, 2 bis 2,5 cm langen, seitlich abgeflachten Anhänge des Kelches, die beinahe hornartig aussehen. Die Blütenkrone besitzt einen Durchmesser von etwa 0,5 cm, ist etwa 6 mm lang, mehr oder weniger glockenförmig bis fast kreisförmig. Die fünf stark gelappten Kronblätter sind gelb mit dunkleren grünen Flecken im Blüteninneren, die Kronröhre ist etwa 3 mm lang, die dreieckigen, zugespitzten Kronlappen sind etwa 3,5 × 1,5 mm groß, auf dem eingefalteten Rand ist papillös. Die Staubblätter befinden sich im Inneren der Krone, die tief in der Kronröhre befestigten Staubfäden sind etwa 1 mm lang, es fehlen die zwei Gewebeklappen oberhalb des Verwachsungspunktes. Die Antheren sind etwa 1,8 × 1,5 mm groß, eiförmig und öffnen sich entlang der Längsachse (longitudinal).

Die Früchte sind 1 cm große, rote, saftige, unbehaarte Beeren, die aufrecht am Blütenstiel stehen.

Verbreitung und Habitat

Die Art ist nur aus wenigen Sammlungen aus den Nebelwäldern in den bolivianischen Provinzen Nor Yungas und Sud Yungas im Departemento La Paz bekannt. Die Fundorte liegen in einer Höhe von 1700 bis 2300 m.

Etymologie

Das Art-Epitheton bezieht sich auf die hornartigen Anhänge des Blütenkelchs.

Quellen

  • Michael Nee, Lynn Bohs und Sandra Knapp: New species of Solanum and Capsicum (Solanaceae) from Bolivia, with clarification of nomenclature in some Bolivian Solanum. In: Brittonia, Vol. 58, Nr. 4, Dez. 2006. S. 322–356. doi:10.1663/0007-196X(2006)58[322:NSOSAC]2.0.CO;2

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

31.07.2021
Ökologie | Neobiota
Teure Invasoren
Wissenschaftlerinnen haben die durch invasive Arten entstandenen Kosten in Europa und Deutschland untersucht.
31.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Lernpausen sind gut fürs Gedächtnis
Wir können uns Dinge länger merken, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen.
31.07.2021
Botanik | Immunologie | Parasitologie
Eichenwälder widerstandsfähiger machen
Kahlgefressene Eichen sind ein Bild, das in den letzten Jahren immer wieder zu sehen war. Verursacher sind häufig die massenhaft auftretenden Raupen des Eichenwicklers.
29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.