Gelbe Sumpfschildkröte

Gelbe Sumpfschildkröte
Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae)
Gattung: Asiatische Wasserschildkröten (Cathaiemys)
Art: Gelbe Sumpfschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Catheiemys mutica
(Cantor, 1842)

Die Gelbe Sumpfschildkröte (Cathaiemys mutica), auch Dreikiel-Wasserschildkröte , Dreikiel-Bachschildkröte oder Gelbe Bachschildkröte genannt, ist eine Art der Altwelt-Sumpfschildkröten und gehört zu der Gattung der Asiatischen Wasserschildkröten. Es handelt sich um eine im Südosten Chinas und auf einer japanischen Insel vorkommende Schildkrötenart. Ihre Systematik ist bislang nicht abschließend geklärt. In älterer Literatur wird sie wie die Annam-Bachschildkröte in der Gattung Mauremys geführt. Auf der IUCN-Liste des Jahres 2006 wird die Gelbe Sumpfschildkröte als gefährdet geführt.

Erscheinungsbild

Die Gelbe Sumpfschildkröte hat eine Carapaxlänge von bis zu 18 Zentimeter. Der Rückenpanzer ist von rotbrauner Farbe. Er weist drei Längskiele auf, die schwarz gefärbt sind. Der mittlere Kiel ist der am deutlichsten ausgeprägte und bei einzelnen Individuen gelegentlich der einzige, der erkennbar ist. Der Bauchpanzer ist gelblich bis orange. Kennzeichnend für diese Art ist ein gelber Streifen, der direkt hinter dem Augen beginnt und an der Kopfseite verläuft. Er ist oft schwarz eingefasst. Die Kehle ist ebenfalls gelblich. Die Geschlechter lassen sich daran unterscheiden, dass Männchen einen konkav geformten Bauchpanzer haben. Ihr Schwanz ist außerdem länger als bei den Weibchen.

Verbreitung und Lebensweise

Die Gelbe Sumpfschildkröte kommt im Südosten Chinas vor sowie auf den westlichen der Ryūkyū-Inseln, die zu Japan gehören. Diese Inselgruppe im Ostchinesischen Meer liegt zwischen Kyūshū und Taiwan. Das Verbreitungsgebiet reicht von China ausgehend bis in den Norden von Vietnam.[1] Die auf den Ryūkyū-Inseln vorkommenden Schildkröten gehören der Unterart Cathaiemys mutica kami an. Die auf dem Festland lebenden Cahtaiemys mutica mutica stellen die Nominatform dar.

Lebensraum

Die Gelbe Sumpfschildkröte ist eine sehr anpassungsfähige Art, die sich sowohl in Niederungen als auch in Waldbächen des Hügellandes findet. Die Artvertreter sind allerdings schlechte Schwimmer. Sie ernähren sich neben animalischer Kost vor allem von Früchten.[2]

Fortpflanzung

Das Gelege der Gelben Sumpfschildkröte enthält im Regelfall ein bis zwei Eier. Nur Ausnahmefällen kommt es auch zu Gelegen mit vier Eiern. Die Eier wiegen zwischen 7,5 und 12 Gramm. Die Zeitdauer zwischen Eiablage und Schlupf der Jungtiere ist abhängig von der Umgebungstemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 65 und 79 Tagen.

Nachweise

Einzelnachweise

  1. asianturtlenetwork.org (eng.)
  2. Rogner, S. 97

Literatur

  • Rogner, Manfred (2008): Schildkröten – Biologie, Haltung, Vermehrung, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-5440-1
  • Sterling, Eleanor Jane; Hurtley, Martha Maud; Minh, Le Due: Vietnam – A Natural History, Yale University Press, ISBN 978-0-300-12693-8

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.
06.05.2021
Anthropologie | Ethologie
Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika
Eine neue Studie berichtet über die älteste bekannte Bestattung eines modernen Menschen in Afrika.