Grünarassari

Grünarassari
Grünarassari (Pteroglossus viridis), ♂

Grünarassari (Pteroglossus viridis), ♂

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Tukane (Ramphastidae)
Gattung: Schwarzarassaris (Pteroglossus)
Art: Grünarassari
Wissenschaftlicher Name
Pteroglossus viridis
(Linnaeus, 1766)
Grünarassari, Weibchen
Pteroglossus viridis -Kakegawa Kacho-en, Kakegawa, Shizuoka, Japan -male-8a.jpg

Der Grünarassari (Pteroglossus viridis) ist eine Tukanart aus der Gattung der Schwarzarassaris (Pteroglossus). Der Schnabel ist auffällig rot, gelb und schwarz gefärbten. Auf Grund des roten Bürzels, der geringen Körpergröße und der gelben Körperunterseite kann die Art leicht von anderen Schwarz- und Grünarassaris unterschieden werden. Nach der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN ist der Grünarassari nicht gefährdet (least concern).[1]

Es werden keine Unterarten unterschieden.

Merkmale

Der Grünarassari ist die kleinste Art der Schwarzarassaris.[2] Er erreicht eine Körperlänge von etwa 32 bis 34 Zentimeter[3] und ein Gewicht von 120 bis 162 Gramm. Auf den Schwanz entfallen 9,6 bis 12,1 Zentimeter. Die Schnabellänge beträgt beim Männchen zwischen 7,3 und 9,8 Zentimeter. Weibchen haben etwas kleinere Schnäbel, diese messen zwischen 6,6 und 8,1 Zentimeter.[4]

Der Grünarassari ist neben dem Schriftarassari die einzige Art der Gattung, die einen auffälligen Sexualdimorphismus zeigt.[5] Der Schnabel ist gelb, rot und schwarz. Die Körperoberseite ist schwarzgrün, die Unterseite gelb, der Bürzel rot. Männchen haben einen schwarzen Kopf und Hals, bei Weibchen sind diese Partien kastanienbraun. Der Oberschnabel ist am First bis zur Spitze gelb, die Seiten sind rot und vom gelben Firststrich durch einen schmalen schwarzen Streifen getrennt. Der Unterschnabel ist schwarz und weist an der Basis ein kleines orangerotes Dreieck auf.[6]

Jungvögel ähneln den adulten Vögeln, haben aber ein insgesamt matteres Gefieder, das auf der Körperoberseite grünlicher ist. Die gelbe Körperunterseite ist teils zimtfarben überhaucht, der Schnabel ist zunächst vollständig hornfarben.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Grünarassaris befindet sich im nördlichen Südamerika. Sie kommen in Brasilien, Französisch-Guayana, Guyana, Suriname und Venezuela vor.[1]

Der Grünarassari besiedelt feuchte immergrüne Wälder in den Tiefebenen sowie Wälder entlang von Flussläufen. Er besiedelt auch Sekundärwald und kommt gelegentlich auch auf Plantagen vor. Grünarassaris halten sich bevorzugt in Baumwipfeln auf.[7]

Nahrung

Der Grünarassari sucht einzeln, in Paaren und kleinen Trupps nach Nahrung. Das Nahrungsspektrum umfasst die Früchte von über 100 Pflanzen, darunter insbesondere die Früchte von Ameisenbäumen und der Palmenart Oenocarpus bacaba. Er spielt in seinem Verbreitungsgebiet eine wichtige ökologische Rolle, da er an der Verbreitung von Samen beteiligt ist.[8] Speziell während der Brutzeit ernähren sich Grünarassaris auch von Insekten.

Fortpflanzung

Das Fortpflanzungsverhalten ist im Freiland bislang nur unzureichend untersucht. Die meisten Daten stammen aus Gefangenschaftshaltung. Das Weibchen legt zwei bis vier weiße Eier, die Brutdauer beträgt 16 bis 17, die Nestlingsdauer 42 bis 47 Tage.[9]

Haltung

Grünarassaris werden gelegentlich in Zoologischen Gärten gehalten. So konnten zwischen 1988 und 1996 in zehn Zoos insgesamt 100 Jungtiere großgezogen werden. Einigen Zoologischen Gärten, darunter dem Weltvogelpark Walsrode, ist bereits die Nachzucht in zweiter Generation gelungen. Die Art wird mittlerweile auch im Tierhandel vereinzelt angeboten.[10]

Belege

Literatur

  • Werner Lantermann: Tukane und Arassaris. Filander Verlag, Fürth 2002, ISBN 3-930831-46-5
  • Lester L. Short und Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets and Honeyguides - Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-854666-1

Weblinks

 Commons: Grünarassari – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Pteroglossus viridis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 13. November 2011)
  2. Short et al., S. 371
  3. Lantermann, S. 120
  4. Short et al., S. 371
  5. Thomas Tully: Avian medicine Vorschau bei books.google.de (englisch, abgerufen am 7. Mai 2010)
  6. Lantermann, S. 120
  7. Short et al., S. 372
  8. Short et al., S. 372
  9. Wolfgang Grummt (Herausgeber), Harro Strehlow (Herausgeber): Zootierhaltung: Tiere in menschlicher Obhut. Vögel Vorschau bei books.google.de (abgerufen am 7. Mai 2010)
  10. Lantermann, S. 121 und S. 122

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