Grauschnabelarassari

Grauschnabelarassari
Aulacorhynchus coeruleicinctis 1847.jpg

Grauschnabelarassari (Aulacorhynchus coeruleicinctus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Tukane (Ramphastidae)
Gattung: Grünarassaris (Aulacorhynchus)
Art: Grauschnabelarassari
Wissenschaftlicher Name
Aulacorhynchus coeruleicinctus
d'Orbigny, 1840

Der Grauschnabelarassari (Aulacorhynchus coeruleicinctus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tukane. Sie kommt ausschließlich in Südamerika vor. Es werden keine Unterarten unterschieden. Von den anderen Grünarassari-Arten in seinem Verbreitungsgebiet unterscheidet sich der Grauschnabelarassari durch seine helle Kehle, den rostroten Bürzel und den überwiegend grauen Schnabel.

Die IUCN stuft den Grauschnabelarassari als ungefährdet (least concern) ein. Genaue Bestandszahlen sind nicht bekannt, die Art gilt in ihrem großen Verbreitungsgebiet allgemein als nicht sehr häufig.[1]

Erscheinungsbild

Die Körperlänge adulter Grauschnabelarassaris beträgt 37 bis 39 Zentimeter.[2] Die Männchen erreichen eine Flügellänge zwischen 14,0 und 15,1 Zentimeter. Die Schwanzlänge beträgt zwischen 13,8 und 15,4 und die Schnabellänge zwischen 7,6 und 9,9 Zentimeter. Weibchen weisen ähnliche Körpermaße auf, der einzig auffallende Sexualdimorphismus ist die Länge des Schnabels. Dieser beträgt bei Weibchen lediglich 6,0 bis 7,5 Zentimeter. Das Gewicht beider Geschlechter variiert zwischen 173 und 257 Gramm.[3]

Grauschnabelarassaris haben ein überwiegend grünes Körpergefieder. Dieser ist auf der Körperoberseite etwas dunkler, Brust und Schwanz sind blasser als das übrige Gefieder. Ein auffälliger weißer Überaugenstreif verläuft über dem Auge bis zum Hinterkopf. Die Region unter dem Auge ist weiß, die Federn haben blaue Spitzen. Das Blau ist zwischen dem Auge und den Ohrdecken besonders intensiv. Der Bürzel ist rostrot, der Schwanz weist ein matt graues Endband auf. Das Kinn und die Kehle sind weiß, am Ende der Kehle sind die Federn blau gesäumt. Ein schmales blaues Band verläuft von den Brustseiten über die Brust. Der Bauch ist in der Mitte weißlich, die Flanken sind grüngelb. Die Unterschwanzdecken sind gelblich grün.[4]

Der Schnabel ist im Verhältnis zur Körpergröße lang. Er ist grau gefärbt. Die unbefiederte Gesichtshaut ist blassblau und hellt vor dem Auge zu einem Weiß auf. Die Augen sind gelb bis weiß. Einige Individuen insbesondere aus den peruanischen Regionen Ayacucho und Cuzco haben braune bis rotbraune Augen. Die Beine und Füße sind matt grünlich bis hell-schiefergrau.[3]

Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Der Grauschnabelarassari kommt nur an den östlichen Hängen der bolivianischen und peruanischen Anden sowie deren Ausläufern vor. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Süden der Region Huánuco und der Region Junín bis nach Chuquisaca und dem Westen von Santa Cruz (Departamento). Er kommt überwiegend zwischen 1600 und 2500 Höhenmetern vor, wurde jedoch in Junín auch schon auf 1465 Metern und in der Region La Paz auf 3050 Metern beobachtet.[3] Unterhalb von 1500 Höhenmetern trifft man im Verbreitungsgebiet statt des Grauschnabelarassaris den Derby-Arassari an. Nur ausnahmsweise werden beide Arten auf gleicher Höhe gesichtet.[5]

Der Lebensraum des Grauschnabelarassaris ist überwiegend der feuchte subtropische Bergwald. Er kommt aber auch an den Übergängen zum gemäßigten Wald und in den halbfeuchten Wäldern der oberen tropischen Zone vor. Zum Lebensraum gehören unter anderem Nebelwälder mit reichem Moos- und Epiphytenwuchs und dichtem Unterholz.

Lebensweise

Der Grauschnabelarassari wird einzeln, in Paaren und in kleinen Trupps beobachtet. Er hält sich generell in den Baumwipfeln auf, kommt jedoch auch in die Nähe des Bodens, um dort nach Früchten zu suchen. Zu seinem Nahrungsspektrum gehören auch Insekten. Die Lebensweise des Grauschnabelarassaris ist bislang nicht sehr gut untersucht. So liegen bislang keine Freilandbeobachtungen über das Fortpflanzungsverhalten dieser Art vor.[6]

Belege

Literatur

  • Werner Lantermann: Tukane und Arassaris. Filander Verlag, Fürth 2002, ISBN 3-930831-46-5
  • Lester L. Short und Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets and Honeyguides - Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-854666-1

Einzelbelege

  1. Aulacorhynchus coeruleicinctis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 22. Juli 2011
  2. Lantermann, S. 118
  3. 3,0 3,1 3,2 Short et al., S. 340.
  4. Short et al., S. 339
  5. Lantermann, S. 119
  6. Short et al., S. 341

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.