Jacob Theodor Klein

Jacob Theodor Klein.

Jacob Theodor Klein (* 15. August 1685 in Königsberg (Preußen); † 27. Februar 1759 in Danzig) war ein preußischer Rechts- und Geschichtswissenschaftler, Botaniker, Mathematiker und Diplomat. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Klein“.

Leben und Wirken

Klein, der als Jurist und Diplomat in den Diensten der Stadt Danzig stand, nutzte die zahlreichen Reisen, die er in dieser Funktion unternahm, zum Aufbau einer der größten privaten naturkundlichen Sammlungen des 18. Jahrhunderts. In Danzig richtete er einen botanischen Garten ein, der zu seiner Zeit große Bekanntheit genoss.

Besonders beschäftigte sich Klein mit Fragen der zoologischen Systematik und stellte ein eigenes System der Klassifizierung von Tieren auf, das auf Zahl, Form und Stellung der Gliedmaßen beruhte. Klein stand bezüglich der zoologischen Systematik im Disput mit Carl von Linné, dessen Ansätze er ablehnte. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Naturkunde hatte Klein die Mitgliedschaft verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften verliehen bekommen, unter anderem 6. März 1729 die der Royal Society[1]. Er war Schwiegervater des Danziger Bürgermeisters Daniel Gralath.

Außerdem war er Korrespondenzpartner des Pfarrers und Polyhistors Friedrich Christian Lesser (1692–1754) in Nordhausen/Thüringen.

Ehrentaxon

Carl von Linné benannte ihm zu Ehren die Gattung Kleinia der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae).[2][3]

Schriften (Auswahl)

  • Natürliche Ordnung und vermehrte Historie der vierfüssigen Thiere. Schuster, Danzig 1760 p.m.
  • Vorbereitung zu einer vollständigen Vögelhistorie. Schmidt, Leipzig, Lübeck 1760 p.m.
  • Stemmata avium. Holle, Leipzig 1759.
  • Tentamen herpetologiae. Luzac jun., Leiden, Göttingen 1755.
  • Doutes ou observations de M. Klein, sur la revûe des animaux, faite par le premier homme, sur quelques animaux des classes des quadrupedes & amphibies du systême de la nature, de M. Linnaeus. Bauche, Paris 1754.
  • Ordre naturel des oursins de mer et fossiles, avec des observations sur les piquans des oursins de mer, et quelques remarques sur les bélemnites … Bauche, Paris 1754.
  • Tentamen methodi ostracologicæ  sive  Dispositio naturalis cochlidum et concharum in suas classes, genera et species. Wishoff, Leiden 1753.
  • Quadrupedum dispositio brevisque historia naturalis. Schmidt, Leipzig 1751.
  • Historiae avium prodromus. Schmidt, Lübeck 1750.
  • Mantissa ichtyologica de sono et auditu piscium  sive  Disquisitio rationum, quibus autor epistolae in Bibliotheca Gallica de auditu piscium, omnes pisces mutos surdosque esse, contendit. Leipzig 1746.
  • Historiæ piscium naturalis promovendæ missus quartus de piscibus per branchias apertas spirantibus ad justum numerum et ordinem redigendis. Gleditsch & Schreiber, Leipzig, Danzig 1744 (online).
  • Summa dubiorum circa classes quadrupedum et amphibiorum in celebris domini Caroli Linnaei systemate naturae. Leipzig, Danzig 1743.
  • Naturalis dispositio echinodermatum. Schreiber, Danzig 1734.
  • Descriptiones tubulorum marinorum. Knoch, Danzig 1731.
  • An Tithymaloides. Schreiber, Danzig 1730.

In Friedrich Christian Lessers Werken

  • Kurtzer Entwurff einer Lithotheologie. Nordhausen 1732 und
  • Testaceo-Theologia. Blochberger, Leipzig, Frankfurt 1744–70.

nennt er den Danziger Stadtsekretär Klein als seinen Gönner.

Literatur

  • Wilhelm Heß: Klein, Jacob Theodor. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 92–94.
  • Armin Geus: Die Kontroverse von R. A. F. de Réaumur und J. Th. Klein über Bau und Wachstum der Schneckenschalen. In: Janus, Nr. 65, Amsterdam 1978.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Archiv der Royal Society, gesehen 16. September 2012
  2. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 93.
  3. Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 394.

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