Onchocerca volvulus

Onchocerca volvulus
Onchocerca volvulus

Onchocerca volvulus

Systematik
Klasse: Secernentea
Ordnung: Spirurida
Überfamilie: Filarioidea
Familie: Onchocercidae
Gattung: Onchocerca
Art: Onchocerca volvulus
Wissenschaftlicher Name
Onchocerca volvulus
(Leuckart, 1894)

Onchocerca volvulus (gr. όγκος „Widerhaken“, κέρκος „Schwanz“; lat. volvulus „kleines Knäuel“) ist der Name eines tropischen, zu den Filarien gehörenden Fadenwurms. Er ist ein Parasit des Menschen und der Erreger der Flussblindheit.

Verbreitung

Onchocerca volvulus kommt in weiten Gebieten des tropischen Afrikas und in Zentral- sowie im nördlichen Südamerika vor (Mexiko, Guatemala, Venezuela und Ecuador). Ein isolierter Herd liegt im Jemen. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf Feuchtregionen entlang schnellfließender Flüsse.

Merkmale

Die Adultwürmer sind sehr schmal (fadenförmig) mit einem Durchmesser von weniger als einem Millimeter. Weibchen können bis zu 70 Zentimeter lang werden, das Männchen erreicht maximal Längen um 40 Zentimeter. Die Mikrofilarien (Larvenform) werden 220 bis 280 µm lang.

Lebenszyklus

Lebenszyklus von Onchocerca volvulus (Illustration: Giovanni Maki)

Onchocercarien haben wie alle parasitären Filarien einen Lebenszyklus mit Wirtswechsel. Der Mensch ist der einzige Endwirt. In Endemiegebieten sind nahezu 100 % der Bevölkerung infiziert. Als Zwischenwirt dient die weibliche Kriebelmücke (Simulium damnosum), die die Mikrofilarien beim Stich aufnimmt. In der Mücke entwickeln sich die Larven durch Häutung zum infektiösen Stadium L3, in dem sie bei erneutem Stich auf den Menschen übertragen werden. Sie wandern ein bis zwei Jahre durch das Bindegewebe und gelegentlich durch die Augen. Ausgewachsene (adulte) Würmer überleben jahrelang eingekapselt in subkutanen Knoten (Onchozerkom). Oft finden sich mehrere Filarien in einem solchen Knoten zusammen. Die Weibchen produzieren täglich etwa tausend Mikrofilarien, die durch die Lymphspalten des Bindegewebes wandern und schließlich in den Blutkreislauf eingeschwemmt werden. Auch die Mikrofilarien befallen das Auge, wodurch die hauptsächliche Schadwirkung (Erblindung) zustande kommt.

Siehe auch

Literatur

  • Fritz H. Kayer et al.: Medizinische Mikrobiologie, Thieme, Stuttgart (1998)

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.04.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Wie Rifforganismen dem Klimawandel trotzen könnten
Eine neue Untersuchung tropischer Foraminiferen zeigt, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren.
19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.