Pulverschorf

Der Pulverschorf (Spongospora subterranea) ist eine durch Pilze hervorgerufene Erkrankung der Kartoffel.

Symptome und Biologie

In feuchten Anbaulagen und in nassen Jahren tritt der Pulverschorf auf. Die Sporen können mehrere Jahre im Boden überleben. Die Verbreitung erfolgt jedoch vor allem durch infizierte Saatknollen. Die Infektion kann aber auch über Wurzeln und Stolonen geschehen. Die Befallsstellen enthalten unter der aufgeplatzten Rinde dunkles Sporenmaterial. Letztlich entstehen kleine "korkige", von zerrissenen Hautstücken umrandete Einbuchtungen. Die Knollen werden stark verformt, faulen leicht und sind kaum zu Futterzwecken zu verwenden. Der Pilz kann Träger des Mop-Top-Virus sein, das im Innern der Knollen Nekrosen verursacht.

Bekämpfung

Die Verbreitung dieser Krankheit ist in Mitteleuropa gering. Deshalb sind auch nur wenige Informationen zu ihrer Bekämpfung verfügbar. In anfälligen Anbauregionen (z.B. Schottland, Skandinavien) müssen lange Fruchtfolgen eingehalten werden (mind. 5 Jahre). Durch die Auswahl von gesundem Pflanzgut und weniger anfälligen Sorten lässt sich das Befallsrisiko ebenfalls minimieren. Die Beizung des Pflanzgutes und die chemische Behandlung der Böden können zur Kontrolle der Krankheit auch vorgenommen werden. Zur Staunässe neigende Böden sollten für den Kartoffelanbau entwässert (drainiert) werden.

Literatur

  • Horst Börner, Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz, 7. Auflage, UTB 518, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-8252-0518-8.

Weblinks

  • _http://www.path.ethz.ch/education/courses/online_skripte/diagnostik/kartoffel/pulverschorf

Die News der letzten Tage

25.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands
Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte.
24.11.2022
Biochemie | Entwicklungsbiologie | Genetik
Das Erwecken des Genoms
Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens, die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens.
24.11.2022
Genetik | Mykologie | Taxonomie
Die Welt der Pilze revolutioniert
Ein internationales Forschungsteam hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben.
24.11.2022
Insektenkunde | Ökologie
Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen
Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind.
22.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Mikro- und Nanoplastik in Foraminiferen: eine Gefahr?
Einzeller mit Kalkgehäuse, Foraminiferen genannt, tragen maßgeblich zur Entstehung von Sand bei, der an Stränden, Inseln und Küstengebieten abgelagert wird.
22.11.2022
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Mikrobiologie | Physiologie
Eine komplizierte Mikrobe: Methanothermococcus thermolithotrophicus
Forschende kultivieren erfolgreich einen Mikroorganismus, der gleichzeitig Stickstoff (N2) fixiert sowie Methan (CH4) und Ammoniak (NH3) produziert und decken spannende Details seines Stoffwechsels auf.