Säger

Säger
Gänsesäger ♀(Mergus merganser)

Gänsesäger ♀(Mergus merganser)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Tribus: Meerenten (Mergini)
Gattung: Säger
Wissenschaftlicher Name
Mergus
Linnaeus 1758

Die Säger (Mergus) sind eine Vogelgattung aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Sie gehören zur Unterfamilie der Enten (Anatinae). Kennzeichnend für die Säger ist der schlanke, an den Kanten gesägte Schnabel, der an der Spitze hakenförmig gebogen ist. Er verleiht den Arten dieser Gattung ein Aussehen, das sie sehr augenfällig von den anderen Entenvögeln unterscheidet. Säger ernähren sich überwiegend von Fischen und sind auf Grund ihrer Schnabelform in der Lage, diese gut zu fassen und festzuhalten. Die Gattung enthält insgesamt fünf Arten.

Verbreitung und Bestand

In Mitteleuropa sind zwei Arten anzutreffen. Der Mittelsäger (Mergus serrator) ist etwa so groß wie eine Stockente, doch länger und schlanker. Er brütet im Norden Eurasiens und Amerikas. In Mitteleuropa ist er mehr ein Küstenvogel und nur selten im Binnenland anzutreffen. Ein für diese Art wichtiges Winterquartier liegt im Westen der Wattenküste an der Nordsee. Hier versammeln sich im Spätwinter über 10.000 Mittelsäger.[1] Der Gänsesäger ist größer als eine Stockente und an seinem kräftigen, an der Spitze hakenförmig umgebogenen Schnabel gut zu identifizieren. Wie der Mittelsäger ist er ein Brutvogel Eurasiens und Nordamerikas. In Mitteleuropa brütet er in den Alpen der Schweiz, Bayerns und Nordtirols. Er kommt außerdem als Brutvogel in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor. Während des Winterhalbjahrs ist er in großer Zahl an der Küste zu beobachten.

Die übrigen drei Arten sind beziehungsweise waren Brutvögel Asiens, Südamerikas und Neuseelands. Der Aucklandsäger ist in der Neuzeit ausgestorben. Seine Bestände gingen bereits nach der Besiedlung durch Maoris stark zurück und er fehlte zum Zeitpunkt der Besiedlung Neuseelands durch Europäer bereits im größten Teil Neuseelands. Die Veränderung der neuseeländischen Lebensräume und die Einführung großer Säuger wie Schweine und Katzen haben dazu geführt, dass er mittlerweile ausgestorben ist. Er wurde letztmals 1902 gesichtet. Der Dunkelsäger gilt als eine sehr stark bedrohte Art, von der möglicherweise nur noch 250 Individuen in Südamerika vorkommen.[2] Bis jetzt sind keine Nachzuchten dieser Art gelungen, die bei anderen, stark bedrohten Entenvögeln dazu beigetragen haben, diese vor dem Aussterben zu bewahren.[3] Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel vertreten. In den Tundren der Nordhalbkugel findet man auch den Mittelsäger (Mergus serrator). Der Schuppensäger ist in seiner Verbreitung auf ein kleines Gebiet in Asien begrenzt und weist ebenfalls nur sehr geringe Bestandszahlen auf.

Arten

Zu den Sägern im weiteren Sinn können auch der in Nordamerika vorkommende Kappensäger (Lophodytes cucullatus) und der Zwergsäger (Mergellus albellus) gezählt werden.

Belege

Einzelnachweise

  1. Bezzel, S. 140
  2. Kear, S. 750
  3. Kolbe, S. 317

Literatur

Weblinks

 Commons: Mergus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

05.05.2021
Ethologie | Evolution
Verhaltensänderungen beim Eis-Essen
Wie Lernen und Evolution zusammenhängen, erforschen die Verhaltenswissenschaften seit über 100 Jahren. Bisher ohne allgemeingültige Antwort.
04.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität
Klimawandel: Weniger Niederschläge, weniger Pflanzenvielfalt
Wasser ist in vielen Ökosystemen der Erde ein knappes Gut und dieser Mangel dürfte sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen.
04.05.2021
Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Auf der Kippe: Brasiliens Küstenregenwald
Wissenschaftler haben den Einfluss der aktuellen Landnutzung auf die Vogel- und Amphibienwelt des Atlantischen Regenwalds im südöstlichen Brasilien untersucht.
01.05.2021
Mykologie | Genetik | Taxonomie
Millionen winziger Pilzarten bisher ohne Namen
Millionen kleiner Pilzarten haben noch keine Namen, darunter auch Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen.
01.05.2021
Biodiversität | Meeresbiologie
Enorme Artenvielfalt in der Tiefsee
Die Tiefseebecken im Atlantischen und Pazifischen Ozean weisen einzigartige Artengemeinschaften auf, die durch wirtschaftliche Nutzung bedroht sind. Ein neues Forschungsverfahren kombiniert unterschiedliche Datentypen.
01.05.2021
Klimawandel | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Baumplantagen tragen nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei
Künstlich angelegte Baumplantagen sollen helfen, den Verlust naturbelassener Wälder auszugleichen, tragen aber nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei.
01.05.2021
Ökologie | Klimawandel | Biodiversität
Verlust der Tierwelt in tropischen Wäldern
Eine neue Untersuchung betrachtet den Zusammenhang zwischen zunehmend tierleeren Tropenwäldern und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung.
01.05.2021
Anatomie | Meeresbiologie
Die faszinierende Innenwelt des Meereswurms
Der Meereswurm Ramisyllis multicaudata lebt in den inneren Kanälen eines Schwammes.