Thayermöwe

Thayermöwe
THGUc.jpg

Thayermöwe (Larus thayeri)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwen (Laridae)
Gattung: Larus
Art: Thayermöwe
Wissenschaftlicher Name
Larus thayeri
WS Brooks, 1915

Die Thayermöwe (Larus thayeri) ist eine monotypische Art aus der Familie der Möwen. Sie trägt ihren Namen zu Ehren des amerikanischen Amateur-Ornithologen John Eliot Thayer (1862–1933). Die IUCN stuft die Thayermöwe als ungefährdet (least concern) ein.

Erscheinungsbild

Die Thayermöwe erreicht eine Körpergröße von 55 bis 63 Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt 142 bis 152 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 700 und 1.100 Gramm.[1]

Im Brutkleid weist die Thayermöwe eine sehr große Ähnlichkeit mit der Silbermöwe auf. Der Schnabel ist gelb mit einem roten Fleck an der Schnabelspitze. Das Schnabelinnere ist kräftig rosafarben. Die Iris ist bei den meisten Individuen dunkel gelbbraun, etwa zehn Prozent der Population haben gelbe Augen.[2] Die Beine und Füße sind rötlich. Der Augenring ist kräftig rot. Die Flügel sind grau, die Schwingen haben schwarze und weiße Federspitzen.

Im Schlichtkleid ist der Kopf der Thayermöwe dunkelbraun gestrichelt.

Verbreitungsgebiet

Die Thayermöwe ist eine nearktische Art. Sie brütet an der Westküste der Hudson Bay und auf den arktischen Inseln Kanadas. Sie ist ein Zugvogel, der im Winterhalbjahr an der Westküste Nordamerikas vorkommt. Sie ist hier von British Columbia bis nach Kalifornien zu beobachten.

Lebensweise

Die Thayermöwe frisst überwiegend Fisch, eine geringe Rolle in der Ernährung spielen auch Krustentiere und Mollusken. Thayermöwen fressen außerdem Jungvögel und Eier anderer Vogelarten und nehmen auch Aas an. Vögel im Binnenland fressen in geringem Umfang auch Beeren und Samen.

Die Thayermöwe lebt ganzjährig gesellig und nistet in Kolonien. Dabei ist sie häufig mit anderen Möwenarten vergesellschaftet. Die Männchen verteidigen ihr Nest gegenüber anderen Männchen. Das Gelege besteht gewöhnlich aus drei Eiern, die von beiden Elternvögeln bebrütet werden. Die Küken sind mit 25 bis 30 Tagen flügge.

Belege

Literatur

  • Richard Sale: A Complete Guide to Arctic Wildlife, Verlag Christopher Helm, London 2006, ISBN 0-7136-7039-8

Einzelbelege

  1. Sale, S. 249
  2. Sale, S. 249

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.