Achlydosa glandulosa

Achlydosa glandulosa
Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Achlydosinae
Gattung: Achlydosa
Art: Achlydosa glandulosa
Wissenschaftlicher Name der Untertribus
Achlydosinae
M.A.Clem. & D.L.Jones
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Achlydosa
M.A.Clem. & D.L.Jones
Wissenschaftlicher Name der Art
Achlydosa glandulosa
(Schltr.) M.A.Clem. & D.L.Jones

Achlydosa glandulosa (Syn. Megastylis glandulosa) ist eine Art aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie kommt endemisch auf Neukaledonien vor. Achlydosa glandulosa bildet eine eigene Subtribus Achlydosinae.

Beschreibung

Die terrestrisch wachsenden, krautigen und ausdauernden Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von 0,5 bis 1 Meter. Die lang gestielten Blätter sind dick und fest ledrig, ihre Farbe ist hellgrün. Die Blattspreite erreicht eine Breite von 1,4 bis 4 Zentimeter.[1]

Der endständige, traubige Blütenstand ist an der Spitze leicht überhängend. Die Blütezeit reicht von September bis Mitte Januar. Vier bis 14 Blüten verteilen sich an den obersten 10 bis 40 Zentimetern der Blütenstandsachse. Der ganze Blütenstand und die Blüten weisen eine drüsige Behaarung auf. Die Blüten sind meist einheitlich hellgrün gefärbt, selten gelb, wenn sie verwelken färben sie sich gelblich-weiß. Das mittlere Sepal misst 1,8 bis 2,3 Zentimeter.[1] Die seitlichen Sepalen sind in der unteren Hälfte miteinander verwachsen.[2] Die Petalen sind breiter als die seitliche Sepalen, mit den Rändern haften sie dem mittleren Sepal an. Die Lippe ist an der Basis seitlich etwas verdickt und besitzt zwei längs verlaufende, glatte oder behaarte Kiele. Die Spreite der Lippe ist oval mit einer Breite von einem Zentimeter, vorne endet sie spitz.[1] Die Lippe enthält Nektar.[2] Die gebogene Säule ist kurz nach der Ansatzstelle am Fruchtknoten mit einem kleinen quer verlaufenden Wulst versehen.[1] Das Staubblatt enthält zwei Pollinien, die keine Klebscheibe (Viscidium) besitzen.[2] Die sechsrippige, ovale Kapselfrucht enthält zahlreiche Samen, die 0,6 bis 0,9 Millimeter Länge bei 0,2 Millimeter Breite messen.[1]

Verbreitung

Achlydosa glandulsoa kommt nur auf Neukaledonien vor. Die meisten Fundorte befinden sich in der Südhälfte der Insel, in Höhenlagen von 100 bis 1250 Meter, selten auch noch bis 1500 Meter Höhe. Achlydosa glandulosa kommt in lichten Wäldern, in Savannen mit der Baumart Melaleuca quinquenervia und in steinigen Gebüschen vor. Sie meidet trockene Standorte.[1]

Systematik und botanische Geschichte

Achlydosa glandulsoa wurde als Lyperanthus glandulosus schon 1906 von Rudolf Schlechter beschrieben. Schlechter stellte die Art 1911 mit einigen weiteren neukaledonischen Orchideen in die von ihm neu aufgestellte Gattung Megastylis. Megastylis wird der Tribus Diurideae zugeordnet. Erst Untersuchungen der DNA ergaben, dass Megastylis glandulosa nicht näher mit der Typusart der Gattung, Megastylis gigas, verwandt ist, sondern der Tribus Cranichideae zuzuordnen ist. Deshalb stellten Clements und Jones 2002 eine eigene Gattung Achlydosa für diese Art auf. Diese wird in einer eigenen Subtribus Achlydosinae geführt.[2] Zusammen mit Pterostylis stellt Achlydosa ein basales Taxon innerhalb der Tribus Cranichideae dar.[3]

Der Gattungsname Achlydosa setzt sich aus der verneinenden Vorsilbe a- und dem griechischen chlidosis, „Verzierung“, zusammen. Er bezieht sich auf die recht einfach gestaltete Lippe ohne Anhängsel.[2] Der Artname glandulosa beschreibt die drüsige Behaarung.

Literatur

  •  Nicolas Hallé: Orchidacées. In: A. Aubréville, Jean.-F. Leroy (Hrsg.): Flore de la Nouvelle-Calédonie. Bd. 8, 1977, ISBN 2-85654-152-6, S. 486ff.
  •  David L. Jones, Mark A. Clements, Ish K. Sharma, Anne M. Mackenzie, Brian P. J. Molloy: Nomenclatural Notes Arising from Studies into the Tribe Diurideae (Orchidaceae). In: The Orchadian. Bd. 13, Nr. 10, 2002, ISSN 0474-3343, S. 439.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Nicolas Hallé: Orchidacées. In: A. Aubréville, Jean.-F. Leroy (Hrsg.): Flore de la Nouvelle-Calédonie. Bd. 8, 1977, ISBN 2-85654-152-6, S. 486ff.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 David L. Jones, Mark A. Clements, Ish K. Sharma, Anne M. Mackenzie, Brian P. J. Molloy: Nomenclatural Notes Arising from Studies into the Tribe Diurideae (Orchidaceae). In: The Orchadian. Bd. 13, Nr. 10, 2002, ISSN 0474-3343, S. 439.
  3.  Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae (Part 2). Vanilloideae. Bd. 3, Oxford University Press, New York und Oxford 2003, ISBN 0-19-850711-9, S. 22–23.

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

23.06.2021
Botanik | Physiologie | Biochemie
Wie kleine Moleküle Pflanzen bei ihrer Stressbewältigung helfen
Ein Team von Wissenschaftlerinnen hat in einer aktuellen Studie ein neuartiges regulatorisches kleines Molekül untersucht und beschrieben.
23.06.2021
Zytologie | Genetik | Biochemie
Flashmob im Zellkern
Der Zellkern ist weit mehr als eine Art Aufbewahrungs-Behälter für Chromosomen: In ihm sitzt auch die komplexe Maschinerie, die Abschriften der gerade benötigten Gene herstellt und in die Zelle entlässt.
23.06.2021
Anthropologie | Primatologie
Dem Affen in die Augen geschaut
Das Weiße in unserem Auge ist etwas Besonderes, denn die Lederhaut ist nicht pigmentiert, weshalb wir gut verfolgen können, wohin unser Gegenüber schaut.
23.06.2021
Physiologie | Ökologie | Biodiversität
Der Duft macht’s
Pflanzliche Inzucht mindert die Attraktivität für Bestäuber, das zeigt ein Forschungsteam am Beispiel der Weißen Lichtnelke.
23.06.2021
Anthropologie | Physiologie | Primatologie
Das Alter lässt sich nicht betrügen
Die Lebenserwartung in Primatenpopulationen wird durch die Überlebensrate der Jüngeren bestimmt.
23.06.2021
Botanik | Physiologie | Klimawandel
Warum Bäume nachts wachsen
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Bäume mehrheitlich tagsüber wachsen.
21.06.2021
Neurobiologie
Wählerische Nervenzellen
Der visuelle Thalamus ist klassischerweise dafür bekannt, die von der Netzhaut kommenden visuellen Reize an die Großhirnrinde weiterzuleiten.
21.06.2021
Botanik | Genetik | Klimawandel
Gene für Dürreresistenz in Buchen: Hitzesommer überleben oder austrocknen?
Forscherinnen identifizieren Gene für Dürreresistenz in Buchen, aber nicht jeder Baum hat das genetische Rüstzeug für einen Klimawandel.
21.06.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Mimik-Erkennung: Warum das Gehirn dem Computer (noch) überlegen ist
Die Corona-Maskenpflicht macht uns derzeit bewusst: Mimik ist eines unserer wichtigsten Kommunikationssignale.
20.06.2021
Physiologie | Paläontologie
Kleiner Elefant hörte tiefe Töne
Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten.
20.06.2021
Biodiversität | Insektenkunde
In Deutschland Gewinner und Verlierer: Libellen
In den letzten 35 Jahres hat sich die Verteilung der Libellenarten in Deutschland stark verändert.
18.06.2021
Ethologie | Insektenkunde
Die komplexe Organisation einer Ameisenkolonie
Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie über räuberische Ameisen erklärt, wie kleine Unterschiede zwischen Einzeltieren die kollektive Organisation der Kolonie verändern.
18.06.2021
Ethologie | Primatologie
Schimpansen-Waisen erholen sich vom Verlust der Mutter
Chronischer Stress könnte ein Grund dafür sein, warum manche Tierwaisen eine kürzere Lebenserwartung haben und weniger Nachkommen bekommen.
18.06.2021
Ökologie | Insektenkunde
Stickstoffüberschuss gefährdet Schmetterlinge
Stickstoff aus Landwirtschaft, Verkehrsabgasen und Industrie bringt Schmetterlinge in der Schweiz in Bedrängnis.
18.06.2021
Insektenkunde | Entwicklungsbiologie
Steinfliegen: Jugend beeinflusst Erwachsenenleben
Die Metamorphose führt bei Insekten meist zu völlig verschieden aussehenden Larven- und Erwachsenenstadien: Schmetterlinge unterscheiden sich etwa drastisch von ihren Jungstadien, den Raupen.
18.06.2021
Ökologie | Vogelkunde
Dramatische Veränderung der Brutvogelgemeinschaft
Im Bonner Stadtteil Dottendorf hat die Zahl der Brutvogelarten in den vergangenen 50 Jahren deutlich abgenommen.
16.06.2021
Genetik
Genome aus ihren Puzzleteilen wieder zusammensetzen
Ein Forscherteam des Friedrich-Miescher-Labors für biologische Arbeitsgruppen hat eine neue Methode zur DNA-Sequenzierung entwickelt, die schnelles und effizientes Aufspüren von genetischer Information ermöglicht.
16.06.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Kleingewässer in Agrarlandschaften stark mit Pestiziden belastet
Pestizide sichern die Erträge in der Landwirtschaft, indem sie schädliche Insekten, Pilze und Unkräuter bekämpfen.