Aethalium

Enteridium lycoperdon, Sporen freisetzendes Aethalium

Als Aethalium bezeichnet man bei den Schleimpilzen eine spezielle Form des Fruchtkörpers. Bei diesen sammelt sich das Plasmodium und bildet einen einzigen oder einige wenige,[1] kugel- bis polsterförmigen Fruchtkörper, der durch eine häutige bis derbe Außenhaut, den sogenannten Cortex, geschützt wird. Die sporentragenden Strukturen in seinem Inneren sind kaum gegeneinander abgegrenzt. Evolutionär sind sie das Ergebnis einer Verschmelzung von Sporangien, was sich anhand gelegentlicher Relikte von Peridien noch erkennen lässt.[1][2]

Nicht zu verwechseln ist das Aethalium mit dem sogenannten Pseudoaethalium. Dieses scheint zwar auf den ersten Blick ebenfalls als kissenförmige Struktur. Ein Blick in sein Inneres lässt hier jedoch erkennen, dass es sich um äußerst eng stehende einzelne Sporangien handelt, die durch einzelne Peridien deutlich gegeneinander abgegrenzt sind.[2]

Aethalien sind oft sehr große Strukturen, das größte bekannte Exemplar wurde auf Sägemehl in Schweden gefunden und maß 70 x 54 Zentimeter.[3] Zu Ihren Vertretern gehören insbesondere einige bekannte, auffällige Arten wie der Blutmilchpilz oder die Gelbe Lohblüte.[1]

Nachweise

  1. 1,0 1,1 1,2  Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. Springer, 2001, ISBN 3-8274-0920-9, S. 246.
  2. 2,0 2,1 Wolfgang Nowotny: Myxomyceten (Schleimpilze) und Mycetozoa (Pilztiere) - Lebensformen zwischen Tier und Pflanze In:  Wolfgang Nowotny (Hrsg.): Wolfsblut und Lohblüte. In: Stapfia. 73, Linz 2000, ISBN 3-85474-056-5, ISSN 0252-192X, S. 18-19.
  3. John J. Lee: An Annotated Glossary of Protozoological Terms In:  John J. Lee, Gordon F. Leedale, Phyllis Bradbury (Hrsg.): Illustrated Guide to the Protozoa, 2nd Edition. Bd. 2, Society of Protozoologists, Lawrence, Kansas 2000, ISBN 1-891276-23-9, S. 1364.

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