Alignment (Verhalten)

Alignment (engl. Alignment: Ausrichtung) ist ein Verhalten, das in natürlichen Schwärmen auftritt. Ein Individuum, das dieses Verhalten zeigt, passt seine Bewegungsrichtung der Bewegungsrichtung seiner Nachbarn an.

Wissenschaftler, wie Craig Reynolds, die natürliches Schwarmverhalten analysierten, um es am Computer zu modellieren, kamen dabei zu dem Schluss, dass das Phänomen durch drei grundlegende Regeln beschrieben werden kann, die von jedem Individuum beachtet werden und auf Schwarmebene ein emergentes Verhalten erzeugen:[1]

  • Bewege dich in Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst (Kohäsion).
  • Bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt (Separation).
  • Bewege dich in etwa in dieselbe Richtung wie deine Nachbarn (Alignment).
Heringsschwarm

Das Phänomen, dass sich ein Schwarm nach einem Angriff durch einen Feind schnell und kompakt neuordnen kann, beruht dabei auf dem Alignmentverhalten der Individuen. Jedes Individuum reagiert dabei auf Richtungsänderungen der Nachbarn. Durch die Schnelligkeit der Orientierung, die durch das Seitenlinienorgan der Fische ermöglicht wird, lässt z. B. Heeringsschwärme jeden Richtungswechsel als Einheit vollziehen, auch wenn sie noch so oft von jagenden Delfinen angegriffen werden.

Einflüsse

Die begrenzten Gehirnkapazitäten und die Sicht beschränken das Alignmentverhalten eines Individuums, das sich nur auf eine bestimmte Anzahl seiner Nachbarn konzentrieren kann. [2]

Verschieden Alignmentverhalten

Von Schwarmtier zu Schwarmtier variiert das Alignmentverhalten, es ist für einige Spezies wichtiger als für andere. Überlebenswichtig ist es für all die Schwärme, die ein dynamisches Bewegungsmuster aufweisen, da sie sich schnell als Einheit neu orientieren müssen, so verhalten sich z.B. Heringsschwärme, die sich unermüdlich neu sortieren müssen, während sie von Orcas gejagt werden[3].

Einzelnachweise

  1. Craig Reynolds: Boids
  2. Süddeutsche Wissen. 04, 2008, S. 10.
  3. gejagte Heringsschwärme

Siehe auch


Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

27.09.2021
Biodiversität | Bioinformatik
Wie Geologie die Artenvielfalt formt
Dank eines neuen Computermodells können Forschende nun besser erklären, weshalb die Regenwälder Afrikas weniger Arten beherbergen als die Tropenwälder Südamerikas und Südostasien.
27.09.2021
Ethologie | Insektenkunde
Ihre Lernfähigkeit erleichtert Tabakschwärmern das Leben
Max-Planck-Forschende haben neue Erkenntnisse über die Lernfähigkeit von Tabakschwärmern gewonnen: Erlernte Düfte beeinflussen die Vorlieben der Falter für bestimmte Blüten und Wirtspflanzen.
27.09.2021
Mikrobiologie | Immunologie
Erster Milzbrand-Fall bei Wildtieren in der Namib
Milzbrand ist eine vom Bakterium Bacillus anthracis verursachte Infektionskrankheit, die in einigen Teilen Afrikas endemisch ist und Menschen, Nutztiere und Wildtiere befällt.
24.09.2021
Mikrobiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Mikroorganismen auf Entdeckungsreise: Bewegungsmuster einzelliger Mikroben
Viele Mikroben haben in ihrer natürlichen Umgebung nur eine sehr stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
23.09.2021
Taxonomie | Fischkunde
Durchsichtig mit winzigem Gehirn: Neue Fischart in Myanmar entdeckt
Wissenschaftler Ralf Britz hat mit internationalen Kollegen eine neue Art aus der Fischgattung Danionella beschrieben.
23.09.2021
Taxonomie | Biodiversität | Meeresbiologie
Verschollener Meeres-Hundertfüßer an der Nordseeküste entdeckt
Dem Bodentier-Experten Hans Reip gelangen jetzt an mehreren Orten in Schleswig-Holstein Nachweise des Meeres-Hundertfüßers Strigamia maritima, der in Deutschland lange als verschollen galt.
23.09.2021
Ökologie | Biodiversität
Artenvielfalt ist der Motor der Ökosysteme
Die wichtigen Prozesse in einem Ökosystem funktionieren umso besser, desto höher die biologische Vielfalt ist.