Betta dimidiata

Betta dimidiata
Männlicher Betta dimidata

Männlicher Betta dimidata

Systematik
Labyrinthici
Unterordnung: Labyrinthfische (Anabantoidei)
Familie: Osphronemidae
Unterfamilie: Großflosser (Macropodusinae)
Gattung: Kampffische (Betta)
Art: Betta dimidiata
Wissenschaftlicher Name
Betta dimidiata
Roberts, 1989

Betta dimidiata ist ein maulbrütender Kampffisch, der in Bezug auf seine geringe Größe, außerdordentliche Farbenpracht und sein interessantes Verhalten eine Ausnahmeerscheinung unter den maulbrütenden Betta-Spezies darstellt, und deshalb in einen eigenen Formenkreis eingereiht wird.

Wie alle Kampffische ist B. dimidiata auf die Aufnahme atmosphärischen Sauerstoffs über das Labyrinthorgan angewiesen.

Aussehen

Beide Geschlechter zeigen eine bestechende, rotbraune Körpergrundfärbung, die Männchen weisen außerordentlich lang ausgezogene Flossen auf. Die Anale beider Geschlechter zeigt einen breiten, blaugrün-irisierenden Saum, welcher in der Caudale nur angedeutet ist, der Körper und die Kiemendeckel sind mit Glanzschuppen besetzt. Die Ventralen zeigen ebenfalls ein irisierendes Grün-Blau. Im Gegensatz zu den meisten anderen maulbrütenden Betta-Arten sind die Weibchen sehr farbenprächtig.

Mit einer Größe von ungefähr 7 cm gehört Betta dimidiata zu den kleineren maulbrütenden Kampffischen.

Vorkommen

Die Art stammt aus Borneo, Kalimantan und Indonesien (Fundorte: Kapuas Basin, Sanggau, Sungai Gentu, Sintang, Sungai Seriang), wo sie stehende und träge fließende Süßgewässer bewohnt.

Verhalten

Adultes Männchen

Diese Spezies bevorzugt das Leben in Gruppen, und zeigt erst in Gesellschaft anderer artgleicher Individuen ihr ganzes Verhaltensspektrum. Die Tiere sind ruhig und etwas scheu, verlieren aber in der Fortpflanzungsperiode alle Hemmungen und zeigen sich als aktive Beckenbewohner. Die Männchen tragen häufige Imponiergefechte mit gespreizten Flossen und Kiemendeckeln aus, zu Beschädigungskämpfen kommt es dabei nur höchst selten. Allgemein ist Betta dimidiata eine Art mit sehr kleinem Aggressionspotential. Die Fortpflanzung geschieht in typischer Maulbrütermanier, das Männchen trägt die 30–40 befruchteten Eier für etwa 10 Tage im Maul und entlässt danach die bereits selbstständigen Jungfische. Dabei wird das brütende Pärchen von der gesamten Gruppe bewacht und gegen Eindringlinge verteidigt.

Haltung

Wie bereits erwähnt ist Betta dimidiata ein ausgesprochener Gruppenfisch, was sich auch auf die Haltungsbedingungen auswirken sollte. Ideal gestaltet sich eine Gruppe von mindestens 6 Tieren, die in einem gut bepflanzten und strukturierten Becken ab 80 cm Kantenlänge Platz findet. Trotz der friedlichen Lebensweise der Art sollten im Becken genügend Versteckmöglichkeiten angebracht werden, damit unterlegene Tiere sich zurückziehen können. Sehr viel Wert sollte auch auf die Wasserqualität gelegt werden - B. dimidata stammt aus Weichwasserbiotopen (pH 5,5-6,5, GH 0-2°, Temp. ~27 °C) und sollte auch in ähnlichen Werten gehalten werden, wenn die Tiere sich wohlfühlen sollen.

Literatur

  •  Robert Donoso-Büchner, Jürgen Schmidt: Kampffische – Wildformen, Ihr Hobby. Bede-Verlag, Ruhmannsfelden 1999, ISBN 393364609X.
  •  Helmut Pinter: Labyrinthfische, Hechtköpfe und Schlangenkopffische. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 3800170930.

Weblinks

 Commons: Betta dimidiata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

03.08.2021
Mikrobiologie | Evolution | Video
Zunehmend längere Tage: Wie der Sauerstoff auf die Erde kam
Das heutige Leben auf der Erde ist ohne Sauerstoff unvorstellbar.
03.08.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Eine Alternative zum Fischfang
Schon heute gelten rund 90 Prozent aller Fischbestände als maximal befischt oder überfischt, doch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung sind immer mehr Menschen auf Fisch als Proteinquelle angewiesen.
03.08.2021
Evolution | Insektenkunde
Die Evolution der Wandelnden Blätter
Ein internationales Forschungsteam hat die Evolution der Wandelnden Blätter untersucht: Wandelnde Blätter gehören zu den Stab- und Gespenstschrecken, die anders als ihre etwa 3000 astförmigen Verwandten keine Zweige imitieren.
02.08.2021
Biodiversität | Insektenkunde
Verlust der Gefleckten Schnarrschrecke
Eine Senckenberg-Wissenschaftlerin hat mit einem internationalen Team das Verschwinden der Gefleckten Schnarrschrecke in Europa untersucht.
02.08.2021
Mikrobiologie | Ökologie | Virologie
Nahrungskette in der Dunkelheit
Die Entdeckung ist bahnbrechend: Im Untergrund unseres Planeten leben bisher unbekannte Viren, sie befallen einzellige Mikroorganismen, die sogenannten Altiarchaeen.
02.08.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Entwicklungsbiologie | Video
Drei weitere Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns
In einem weiteren Schritt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns hat das BMBF-geförderte BioRescue-Konsortium von internationalen Organisationen aus Wissenschaft und Artenschutz drei weitere Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt.
02.08.2021
Physiologie | Neurobiologie | Biochemie
Energie für eine ungestörte Ruhe
Ein Hormon sorgt bei der Taufliege Drosophila für ein Gleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität.
02.08.2021
Physiologie | Ökologie | Vogelkunde | Insektenkunde
Viel Licht, wenig Orientierung
Lichtverschmutzung erschwert Mistkäfern die Orientierung im Gelände. Das dürfte auch auf andere nachtaktive Insekten und Vögel zutreffen, vermutet ein internationales Forschungsteam.
02.08.2021
Physiologie | Neurobiologie
Die komplexe Aufgabe Kurs zu halten
Mit verbundenen Augen geradeaus zu laufen, ist ein schwieriges Unterfangen: Meist endet es darin, dass wir im Kreis laufen.
31.07.2021
Ökologie | Neobiota
Teure Invasoren
Wissenschaftlerinnen haben die durch invasive Arten entstandenen Kosten in Europa und Deutschland untersucht.
31.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Lernpausen sind gut fürs Gedächtnis
Wir können uns Dinge länger merken, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen.
31.07.2021
Botanik | Immunologie | Parasitologie
Eichenwälder widerstandsfähiger machen
Kahlgefressene Eichen sind ein Bild, das in den letzten Jahren immer wieder zu sehen war. Verursacher sind häufig die massenhaft auftretenden Raupen des Eichenwicklers.
29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.