Biomining

Mit dem Kunstwort Biomining (auch Biolaugung oder Bioleaching) wird ein relativ aktuelles Verfahren umschrieben, bestimmte Erze bzw. Metalle mittels pflanzlicher oder bakterieller Organismen zu extrahieren. Mit Hilfe der Mikroorganismen können z. B. bestimmte Mineralien aus Böden extrahiert werden, ohne die sonst nötige entsprechende Temperatur bzw. toxischen Chemikalien einzusetzen, welche z. T. einen eher schädlichen Einfluss auf die Umwelt haben.

Bereits in den 1980er Jahren hatte die Firma Wismut damit begonnen, Uran mithilfe von Bakterien abzubauen.[1]

Anwendung

Eine mögliche Anwendung ist durch die Nutzung des Bakteriums Thiobacillus ferrooxidans, um Kupfer aus Abraum oder Schlackerückständen zu gewinnen. Diese Methode ermöglicht eine verbesserte Regeneration der Natur sowie eine Reduzierung der Produktionskosten. Außerdem erlaubt diese Methode, von vornherein relativ gering konzentrierte Erze einzusetzen, was im Hinblick auf die Abreicherung natürlicher, hoch konzentrierter Erze im Produktionsprozess sowie der Verknappung von reichhaltigen Erzen im Allgemeinen immer wichtiger wird.

Die potentiellen Einsatzmöglichkeiten dieser Biotechnologie für Abbau und Verarbeitung sind groß. Gewisse Beispiele von Projekten in der Vergangenheit beinhalteten ein biologisch unterstütztes in situ-Abbauprogramm, Bioabbaumethoden, passive Biosanierung (die Wiederherstellung des ursprünglichen, natürlichen Zustandes) sowie Bioabbau von Erzen und Konzentraten. Diese Forschung führt oft dazu, dass neue Technologien, mit denen sich größere Effizienz und Produktivität erreichen lassen oder die neue Lösungen für komplexe Probleme bereitstellen, dauerhaft eingesetzt werden. Zusätzliche Möglichkeiten sind der Bioabbau von Metallen aus sulfidischen Erzen, Bioverarbeitung von Phosphaterzen sowie die Bioaufkonzentrierung von Metallen aus Lösungen. Ein Projekt, das seit kurzem erforscht wird, ist die Benutzung von biologischen Methoden, um eine Entschwefelung in der Aufbereitung von Kohleanwendungen zu erreichen. Die Biotechnologie stellt somit mit dem In-situ-Abbau, der Verarbeitung und neuen Behandlungstechnologien eine innovative und kostensparende Industrielösung dar.

Siehe auch

Literatur

  •  U.S. Department of Agriculture (Hrsg.): NBIAP News Report. Juni 1994.

Einzelnachweise

  1. NZZ: Bakterien als Minenarbeiter

Weblinks


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