Blauzügelarassari

Blauzügelarassari
Aulacorhynchus sulcatus.jpg

Blauzügelarassari (Aulacorhynchus sulcatus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Tukane (Ramphastidae)
Gattung: Grünarassaris (Aulacorhynchus)
Art: Blauzügelarassari
Wissenschaftlicher Name
Aulacorhynchus sulcatus
Swainson, 1820

Der Blauzügelarassari (Aulacorhynchus sulcatus) ist eine Art aus der Familie der Tukane. Er kommt nur im Norden Südamerikas vor. Es werden zwei Unterarten beschrieben, die sich vor allem in der Schnabelfärbung unterscheiden. Die IUCN stuft den Blauzügelarassari als ungefährdet (least concern) ein. Es liegen keine genauen Bestandszahlen für diese Art vor. Sie gilt jedoch als noch lokal häufig.[1]

Erscheinungsbild

Adulte Blauzügelarassaris haben eine Körperlänge von 34 bis 36 Zentimeter.[2] Die Männchen der Nominatform erreichen eine Flügellänge von 11,5 bis 13,2 Zentimeter. Auf den Schwanz entfallen 10,9 bis 12,4 Zentimeter. Der Schnabel hat eine Länge zwischen 6,6 und 8,43 Zentimeter. Die Tiere wiegen zwischen 158 und 200 Gramm. Weibchen sind nur geringfügig kleiner und leichter. Der einzig auffallende Unterschied zwischen den Geschlechtern ist die Schnabellänge. Sie beträgt bei den Weibchen 5,5 bis 7 Zentimeter.[3]

Adulte Vögel dieser Art haben grünes Körpergefieder, das Gesicht und die Körperunterseite sind lediglich etwas heller als die Körperoberseite. Die vorderen Wangen sowie ein schmaler Zügelsteifen sind hellblau, die unbefiederte Augenumgebung ist braun, die Befiederung an Kinn und Kehle ist blassweiß mit schmalen graublauen Spitzen. Sie geht an den Seiten in ein Gelbgrün über. Die Schwanzfedern sind dunkelgrün, die vier mittleren Federn weisen blaue Spitzen auf. Der Unterschnabel ist gerade, der Oberschnabel dagegen gebogen. Er endet in einer scharfen Spitze. Die Schnabelfarbe variiert zwischen braun und rot oder gelbgrün und bräunlich.[4]

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Laucharassari und dem Blutbürzelarassari, deren Verbreitungsgebiete sich jeweils teilweise mit dem des Blauzügelarassaris überlappen. Dem Blauzügelarassani fehlen jedoch die kastanienbraunen Spitzen an den Schwanzfedern und rote oder rotbraune Körperpartien, die sich bei diesen beiden Arten finden.

Stimme

Die Lautäußerungen des Blauzügelarassari bestehen aus einer Reihe gutturaler Laute. Sie werden als grunzend, bellend, krächzend bis entenähnlich quakend beschrieben.[5] Männchen rufen tendenziell in einer etwas dunkleren Tonlage als die Weibchen.

Verbreitung und Lebensraum

Der Blauzügelarassari ist eine Vogelart, die bevorzugt in Höhenlagen lebt. Er kommt in den Bergen im Nordosten Kolumbiens, den Anden Venezuelas und den Küstengebirgen im Norden Venezuelas vor. In Kolumbien ist er typischerweise in Höhenlagen zwischen 900 und 2.000 Metern zu finden. Im Norden Venezuelas lebt er meist zwischen 800 und 2.000 Meter, wird gelegentlich aber auch noch in 400 Metern beobachtet. Sein Lebensraum sind subtropische feuchte Wälder. Er kommt in einigen Regionen auch im Randbereich gemäßigter Wälder vor und besiedelt unter anderem Sekundärwald, Waldränder, isolierte Baumgruppen in der Nähe von Wäldern sowie baumbestandene Gärten. Früher wurde er bis an die Grenzen der Vororte von Caracas beobachtet.[6] Grundsätzlich überquert diese Art jedoch keine größeren, offeneren Flächen.

Lebensweise

Der Blauzügelarassari wird einzeln, in Paaren und in kleinen Trupps von bis zu zehn Individuen beobachtet. Die Ernährung ist bislang nicht hinreichend untersucht, der Blaugzügelarassari gilt jedoch als Allesfresser, der regelmäßig Nester anderer Vogelarten räubert und Nestlinge sowie Eier frisst. Das Fortpflanzungsverhalten ist bislang nicht erforscht. Die Fortpflanzungszeit fällt vermutlich in die Monate März bis Juli.[7]

Belege

Literatur

  • Werner Lantermann: Tukane und Arassaris. Filander Verlag, Fürth 2002, ISBN 3-930831-46-5
  • Lester L. Short und Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets and Honeyguides – Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-854666-1

Weblinks

Einzelbelege

  1. BirdLife Factsheet zum Blauzügelarassari, aufgerufen am 28. Dezember 2010
  2. Lantermann, S. 108
  3. Short et al., S. 331
  4. Short et al., S. 330
  5. Short et al., S. 331
  6. Short et al., S. 332
  7. Short et al., S. 332

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.