Botanischer Garten Gera

Der Botanische Garten Gera ist ein 0,7 Hektar großer Lehr- und Schaugarten in der thüringischen Stadt Gera, der insbesondere die Pflanzenwelt Ostthüringens zeigt und heute zum städtischen Museum für Naturkunde gehört.

Geschichte

Der Botanische Garten geht auf eine Initiative des Kommerzienrates Walter Ferber (1830–1895) zurück. Dieser stiftete den oberhalb der um 1890 angelegten Nicolaistraße gelegenen Teil seines ausgedehnten Gartengrundstücks der Stadt Gera unter der Bedingung, dass dort ein Lehrgarten für den botanischen Unterricht an den städtischen Schulen angelegt werden sollte. Die Gestaltung des Gartens erfolgte ab 1897 durch den Oberlehrer Robert Leube (1866–1938), unterstützt von einem Gärtner. Leube, der den Botanischen Garten bis 1909 leitete, gliederte die Anlage nach Lebensgemeinschaften wie Wiese, Heide, Bachufer, Laub- und Nadelwald, legte eine kleine Baumschule an und hielt Schlangen und Lurche in einem kleinen Terrarium. Leubes Nachfolger nach 1909 stellten unter Berücksichtigung der beengten Platzverhältnisse die Pflanzen des Gartens eher nach Gesichtspunkten der Systematik zusammen. Von 1947 bis 1951 erfolgte eine grundlegende Umgestaltung des Gartens; zudem wurde der Park an das neu gegründete Naturkundemuseum angegliedert.

Heutige Nutzung

Das im oberen Teil des Botanischen Gartens befindliche und bereits 1864 errichtete Turmhaus wurde von 1990 bis 1995 saniert und dient als Lehrgebäude für die „Grüne Schule“ des Museums für Naturkunde. Die heute gezeigten Pflanzengesellschaften sind Laubwald, Halbtrockenrasen, Fels- und Schotterflur und Sumpf- und Wasserpflanzen; zudem sind ein Gewürzkräutergarten und eine geologische Lehrwand vorhanden.

Der Botanische Garten war ein Begleitprojekt der Bundesgartenschau 2007.

Literatur

  • Siegfried Mues, Klaus Brodale: Stadtführer Gera. Gondrom Verlag, Bindlach 1995, ISBN 3811208217

Weblinks

50.87583333333312.087777777778Koordinaten: 50° 52′ 33″ N, 12° 5′ 16″ O

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.
06.05.2021
Anthropologie | Ethologie
Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika
Eine neue Studie berichtet über die älteste bekannte Bestattung eines modernen Menschen in Afrika.