Byssochlamys



Byssochlamys
Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Eurotiomycetes
Unterklasse: Eurotiomycetidae
Ordnung: Eurotiales
Familie: Trichocomaceae
Gattung: Byssochlamys
Wissenschaftlicher Name
Byssochlamys
Westling

Byssochlamys gehört zu den Ascomyceten und ist ein weit verbreiteter Schimmelpilz der Familie Trichocomaceae, der natürlicherweise im Erdboden, auf Früchten, Getreide, Silage und Holz vorkommt[1], sowie auf Fruchtprodukten wie Fruchtmus, Dosenfrüchten, Weintrauben und Apfelsaft zu finden ist. Byssochlamys ist die perfekte Form der Gattung Paecilomyces (anamorphic Trichocomaceae). Der Organismus bildet acht-Sporen Asci[2]. Er gehört zu den extrem thermotoleranten (hitzeresistenten) Pilzen und kann bei Temperaturen bis zu 98–100 °C wachsen.

Byssochlamys ssp. sind für das Verderben von verarbeiteten Früchten infolge des Auskeimens der hitzeresistenten Ascosporen nach dem Erhitzungsprozess verantwortlich.[3][4] Zudem produzieren Byssochlamys das hoch toxische und karzinogene Mykotoxin Patulin, sowie Byssochlaminsäure[5] und Byssotoxin A.

Byssochlamys-Arten benötigen normalerweise, wie die meisten Schimmelpilze, Sauerstoff für das Wachstum, können sich aber auch bei sauerstoffarmen Bedingungen unter Bildung von CO2 entwickeln. Durch den geringen Sauerstoffbedarf, eine hohe Kohlensäuretoleranz und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln können Byssochlamys ssp. auch in dicht verschlossenen Behältern wachsen.[6]

Wichtigste Arten:

  • Byssochlamys nivea
  • Byssochlamys fulva

Einzelnachweise

  1. Olliver, M., and G. Smith. (1933) Byssochlamys fulva sp. nov. In: J. Bot. Lond. 71:196-197.
  2. Henry G. Bayne, H. David Michener: Heat Resistance of Byssochlamys Ascospores. (1979) Appl Env Microbiol, 37: 449-453
  3. Hull, R. (1939) Study of Byssochlamys fulva and control measures in processed fruits. In: Ann. Appl. Biol. 26:800-822.
  4. Put, H. M. C., and J. T. Kruiswijk. (1964) : Disintegration and organoleptic deterioration of processed strawberries caused by the mould Byssochlamys nivea. In: J. Appl. Bacteriol. 27:53-58.
  5. S. L. Rice, L. R. Beuchat, R. E. Worthington: Patulin Production by Byssochlamys spp. in Fruit Juices Appl Env Microbiol, 34: 791-796 (1977)
  6. Waldemar Ternes (Hrsg.): Lebensmittellexikon. Behr's Verlag DE, 2005, ISBN 3899471652

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