Deutsche Botanische Gesellschaft

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) e. V. ist eine der ältesten aktiven botanischen Gesellschaften der Welt. Sie dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken. Gegründet wurde die DBG 1882 in Berlin, heute hat sie eigenen Angaben zufolge mehr als 900 Mitglieder.

Aufgaben und Ziele

Die DBG vertritt die Pflanzenwissenschaften im deutschsprachigen Raum, fördert die Botanik auf nationaler und internationaler Ebene und gibt den verschiedensten Disziplinen der Pflanzenwissenschaften eine gemeinsame Heimat: von der Systematik und Ökologie über die Physiologie bis hin zur Molekularbiologie und dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken.

Aktivitäten

Die Hauptaktivitäten der DBG sind:

Die Herausgabe wissenschaftlicher Veröffentlichungen, insbesondere in ihrer Zeitschrift "Plant Biology". Diese Zeitschrift (derzeit sechs Hefte pro Jahr und Band) erscheint seit Januar 2008 im Wiley-Blackwell-Verlag. Sie ist die Nachfolgerin der von 1882 bis 1987 von der DBG herausgegebenen "Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft" und der von 1988 bis 1998 erschienenen "Botanica Acta". Die Mitteilungen der Gesellschaft erscheinen i.d.R. 3 mal jährlich in der Zeitschrift "Actualia".

Jedes zweite Jahr veranstaltet die DBG eine einwöchige wissenschaftliche Tagung ("Botanikertagung"), die von einer deutschsprachigen Universität ausgerichtet wird. Die Tagung umfasst Vorträge, Poster-Präsentationen, sowie botanische Exkursionen und wird in Verbindung mit der Mitgliederversammlung, dem "Plenum" der Gesellschaft, abgehalten. In der Zeit zwischen den Botanikertagungen veranstalten die Sektionen workshops in ihren jeweiligen Fachgebieten.

Förderpreise und Auszeichnungen

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verleiht die DBG regelmäßig Preise und gewährt Reisekostenzuschüsse zu ihren Tagungen. Die Förderpreise werden während der Botanikertagung an die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überreicht. Fachkongresse und wissenschaftliche Tagungen unterstützt die DBG finanziell, um Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine Teilnahme zu ermöglichen.

Sie überreicht den Wilhelm-Pfeffer-Preis für bedeutende Dissertationen, einen Preis für die beste Veröffentlichung und den Horst-Wiehe-Preis für eine wissenschaftliche Arbeit. Sie ist darüber hinaus an der Verleihung des Strasburger-Preises für herausragende und originelle Leistungen eines Promovierten auf dem Gebiet der Botanik beteiligt.

Neben diesen Preisen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verleiht die DBG die Simon-Schwendener-Medaille für Verdienste um die Gesellschaft und / oder deren Ziele.

Historie

Die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) wurde 1882 in Eisenach gegründet und ist eine der ältesten, aktiven botanischen Gesellschaften der Welt. Im Jahr 2007 feierte sie den 125. Geburtstag mit einer Tagung in Hamburg und einer Festschrift zur Geschichte der Gesellschaft.

Organe der DBG

Die Organe der Gesellschaft sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. Ihre jeweiligen Aufgaben sind in der Satzung der Deutschen Botanischen Gesellschaft e.V. niedergelegt.

Organisation in anderen Verbänden

Die DBG ist Mitglied im Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin, dem größten Dachverband der Bio- und Lebenswissenschaften in Deutschland. Die Gesellschaft war Gründungsmitglied des vbbm (Verbund biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften) der im Mai 2007 mit dem VdBiol (Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften) zum VBIO fusionierte.

Über das Deutsche Nationalkomitee Biologie (DNK) ist die DBG in der International Union of Biological Sciences (IUBS) und in der International Union of Microbiological Societies (IUMS) international vernetzt.

Sektionen

Die Deutsche Botanische Gesellschaft unterteilt sich in fünf Sektionen, die zusätzlich zur Botanikertagung eigene Workshops anbieten:

Die Sprecher dieser fünf Sektionen sind Mitglieder des Vorstandes.

Weblinks

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