Drosera leioblastus

Drosera leioblastus
Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Sonnentaugewächse (Droseraceae)
Gattung: Sonnentau (Drosera)
Art: Drosera leioblastus
Wissenschaftlicher Name
Drosera leioblastus
N. Marchant & A. Lowrie

Drosera leioblastus ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung Sonnentau (Drosera). Sie gehört zur Gruppe der sogenannten Zwergsonnentaue und ist im südwestlichen Australien heimisch.

Beschreibung

Drosera leioblastus ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Diese bildet eine vielschichtige, rosettenförmige Knospe aus Blättern mit einem Durchmesser von etwa 1,5 cm. Die Sprossachse ist 1 cm lang und mit den welken Blättern der Vorsaison bedeckt.

Die Knospe der Nebenblätter ist eiförmig, glatt, 6 mm lang und 4 mm im Durchmesser an der Basis. Die Nebenblätter selbst sind 3,5 mm lang, 2 mm breit, 1 mm breit an der Basis und dreilappig. Der mittlere Lappen ist ganzrandig, die spitze etwas gezähnt. Die seitlichen Lappen sind ähnlich, aber der obere äußere Rand ist von der Spitze her geteilt und bildet eine kurze Franse.

Die Blattspreiten sind kreisrund und 1,7 mm im Durchmesser. Die längeren Tentakeldrüsen befinden sich am Rand, kürzere in Inneren. Auf der Unterseite sind sie kahl. Die Blattstiele sind 4,5 mm lang, am Ansatz 0,6 mm lang und verjüngen sich auf 0,4 mm an der Blattspreite. Teilweise sind sie eng elliptisch und mit einigen Drüsen auf der Unterseite entlang der Ränder, nahe der Blattspreite, besetzt. Ansonsten unbehaart.

Blütezeit ist September bis Dezember. Die ein oder zwei Blütenstängel sind bis zu 2 cm lang und komplett dicht mit zylindrischen Drüsen besetzt. Der Blütenstand ist eine Wickel aus 20 bis 30 Blüten an rund 0,7 mm langen Blütenstielen entlang einer Seite des Schaftes. Die breit eiförmigen Kelchblätter sind 1,5 mm lang und 1 mm breit. Die unteren Ränder sind ganzrandig, der Rest und die Spitzen unregelmäßig gesägt. Die Oberfläche ist an der Basis mit einigen Drüsen besetzt. Die Kronblätter sind weiß, eng elliptisch, 1,5 bis 2 mm lang und 0,4 - 0,5 mm breit.

Die 5 Staubblätter sind 1 mm lang. Die Staubfäden und die Staubbeutel sind weiß, die Pollen gelb. Der weiße Fruchtknoten ist kreiselförmig, 0,5 mm lang, 0,5 mm im Durchmesser und warzig. Die 3 weißen Griffel sind halb aufrecht und 0,2 mm lang. Die Narben sind gelb, sichelförmig, 0,4 mm lang, 0,1 mm im Durchmesser an der Basis und verjüngen sich zu einer Spitze.

Typisch für Zwergsonnentaue ist die Bildung von Brutschuppen: Die breit eiförmigen, 0,6 mm dicken Brutschuppen werden gegen Ende November bis Anfang Dezember in großer Zahl gebildet und haben eine Länge von ca. 1,2 mm und eine Breite von 1 mm.

Verbreitung von Drosera leioblastus in Australien

Verbreitung, Habitat und Status

Drosera leioblastus kommt nur auf einer kleinen Fläche im äußersten Südwesten Australiens vor. Die Pflanze gedeiht dort auf kieselsäurehaltigen Sandböden, vermischt mit Humus aus abgeworfenen Blättern unter und zwischen niedrigem Heidekraut. Diese Art ist nur von einem Standort nördlich von Cataby bekannt. Extensive Rodung hat den größten Teil des ehemaligen Habitats bereits zerstört.

Systematik

Der Name "leiblastus" kommt aus dem Griechischen und bezieht sich auf die glatte Nebenblätterknospe ("leios" = glatt; "blasta" = Ruheknospe). Auf den ersten Blick entspricht diese Art Drosera paleacea. Nähere Untersuchungen aber ergaben, dass Drosera leioblastus in Vielem unterschiedlich ist. Ein Merkmal ist, dass der Blütenstand von Drosera leioblastus dicht mit langen zylindrischen Drüsen besetzt ist. Das zweite Merkmal zeigt sich bei den Ruheknospen beider Arten: Wo Drosera paleacea wild gefranste Nebenblätter hat, besitzt Drosera leioblastus fast ganzrandige Lappen. Jan Schlauer stellte 1996 die Taxa Drosera leioblastus, Drosera roseana und Drosera stelliflora als Unterarten zu Drosera paleacea [1], Allen Lowrie akzeptierte allerdings neben der Nominatunterart nur die Unterart [2]:

  • Drosera paleacea subsp. trichocaulis

Quellen

  • Allen Lowrie: Carnivorous Plants of Australia, Vol. 2, Nedlands, Western Australia, 1989, ISBN 0855643005, S. 70

Einzelnachweise

  1. Jan Schlauer: A dichotomous key to the genus Drosera L. (Droseraceae); Carnivorous Plant Newsletter, 25 (1996)
  2. Allen Lowrie, John G. Conran: A revision of the Drosera omissa/D. nitidula complex (Droseraceae) from south-west Western Australia; in: Taxon 56 (2007); S. 533–544

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