Esmolol

Strukturformel
Esmolol-Enantiomere.png
(S)-Form (oben) und (R)-Form (unten): 1:1-Gemisch der Stereiosomeren
Allgemeines
Freiname Esmolol
Andere Namen
  • (±)-Methyl-3-{4-[2-hydroxy- 3-(isopropylamino) propoxy]phenyl}propionat
  • (RS)-Methyl-3-{4-[2-hydroxy- 3-(isopropylamino) propoxy]phenyl}propionat
  • DL-Methyl-3-{4-[2-hydroxy- 3-(isopropylamino) propoxy]phenyl}propionat
  • rac-Methyl-3-{4-[2-hydroxy- 3-(isopropylamino) propoxy]phenyl}propionat
Summenformel C16H25NO4
CAS-Nummer
  • 81147-92-4 (freie Base)
  • 81161-17-3 (Monohydrochlorid)
PubChem 59768
ATC-Code

C07AB09

DrugBank DB00187
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

β-Rezeptorenblocker

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse
  • 295,37 g·mol−1 (freie Base)
  • 331,84 g·mol−1 (Monohydrochlorid)
Schmelzpunkt
  • 48–50 °C (freie Base)[1]
  • 85–86 °C (Hydrochlorid)[1]
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Hydrochlorid

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 52/53
S: 61
LD50
  • 71 mg·kg−1 (Ratte i.v.) [3]
  • 93 mg·kg−1 (Maus i.v.) [3]
  • 32 mg·kg−1 (Hund i.v.) [3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden


Esmolol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Sympatholytika, der als kürzestwirksamer β1-Blocker verwendet wird.

Pharmakologie

Seine Halbwertszeit beträgt etwa neun Minuten, da Esmolol im Gegensatz zu anderen Betablockern nicht organgebunden abgebaut wird, sondern die Elimination über Esterasen-Hydrolasen stattfindet. Aus diesem Grund muss Esmolol gegebenenfalls kontinuierlich intravenös zugeführt werden. Die Wirkungen und Nebenwirkungen entsprechen denen der Betablocker. In der Medizin wird Esmolol wegen der kurzen Wirkzeit hauptsächlich zu diagnostischen Zwecken und in der Notfallmedizin verwendet. Hier findet es Anwendung bei supraventrikulären paroxysmalen Tachykardien, therapiebedürftigen nicht-kompensatorischen Sinustachykardien und dem Hyperkinetischen Herzsyndrom.[4] Herzkreislaufstabile und chronisch kranke Patienten erhalten langwirksame Betablocker in Tablettenform.

Stereoisomerie

Esmolol ist ein chiraler Arzneistoff mit einem Stereozentrum. Das wirksame Isomer (Eutomer) ist das (S)-Esmolol.[5] Esmolol wird als Racemat, also als 1:1-Mischung der (S)-Form und (R)-Form, verwendet.

Synthese

Die Synthese von racemischen Esmolol geht vom 3-(4-Hydroxyphenyl)-propionsäuremethylester aus, welches im ersten Schritt in Gegenwart von Kaliumkarbonat mit Epichlorhydrin verethert wird. Im zweiten Schritt wird an die Epoxidfunktion der Zwischenverbindung Isopropylamin addiert.[1]

Synthese von Esmolol

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 P.W. Erhardt, C.M. Woo, W.G. Anderson, R.J. Gorczynski: Ultra-short-acting .beta.-adrenergic receptor blocking agents. 2. (Aryloxy)propanolamines containing esters on the aryl function in J. Med. Chem. 25 (1982) 1408–1412.doi:10.1021/jm00354a003
  2. 2,0 2,1 2,2 Datenblatt Esmolol hydrochloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. Mai 2011.
  3. 3,0 3,1 3,2 A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances - Synthesis, Patents, Applications, 4. Auflage (2001), Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9.
  4.  D. Kühn, J. Luxem, K. Runggaldier: Rettungsdienst (3. Auflage). Urban & Fischer Verlag, München 2004, ISBN 3-437-46191-5.
  5. Joni Agustiana, Azlina Harun Kamaruddina, Subhash Bhatiaa: Single enantiomeric -blockers—The existing technologies, Process Biochemistry 45 (2010) 1587–1604.

Handelsnamen

Monopräparate

Brevibloc (D, A, CH) sowie als Generikum (A, CH)

Weblinks

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