Exposition (Medizin)

Die Exposition bezeichnet die Summe aller Umgebungseinflüsse, die auf einen Gegenstand oder ein Lebewesen einwirken. Diese Einflüsse können biologischer, chemischer oder physikalischer Natur sein.[1] Speziell in der Medizin und Toxikologie steht Exposition für das Ausgesetztsein von Lebewesen gegenüber schädigenden Umwelteinflüssen wie Krankheitserregern, toxischen chemischen Elementen oder Verbindungen oder physikalischen Einflüssen wie Hitze, Lärm oder Strahlung.

Ein Bergarbeiter beispielsweise ist gegenüber Steinstaub exponiert, ein Passivraucher gegenüber Zigarettenrauch. Eine Exposition muss nicht unbedingt zur Krankheit führen, es ist aber eine mögliche Ursache für eine Gesundheitsschädigung oder Erkrankung.

Das Maß für eine bestimmte Menge einer Exposition ist die Dosis. Die geringste bekannte Dosis eines Einflusses, die zu einem schädlichen oder unerwünschten Effekt führt, wird in der Toxikologie als Geringste bekannte toxische Dosis, „TDLo“ bezeichnet; eine Dosis, die zum Tod eines Individuums führt oder führen kann, wird Letale Dosis, „LD“ genannt. Bei gasförmigen chemischen Verbindungen wird anstatt der Dosis die Konzentration als Maß für die Exposition angegeben, woraus die Begriffe „TCLo“ (Geringste bekannte toxische Konzentration) und „LC“ (Letale Konzentration) folgen.

Siehe auch

  • Strahlenexposition
  • Expositionsszenario

Literatur

  •  Spiros Vamvakas, Wolfgang Dekant: Toxikologie. Eine Einführung für Chemiker, Biologen und Pharmazeuten. 2 Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2005 (unveränderter Nachdruck 2010), ISBN 978-3-8274-2673-4.
  • Stefan Gabriel, Ulrike Koch, Dorothea Koppisch, Roger Stamm, Marco Steinhausen: Neue Herausforderungen an die Ermittlung, Dokumentation und Auswertung von Expositionsdaten zu Gefahrstoffen. In: Gefahrstoffe - Reinhaltung Luft Bd. 72, Heft 1/2 (2012), S. 12 - 20, ISSN 0949-8036

Einzelnachweise

  1. Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Exposition im Römpp Online. Version 3.25. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012, abgerufen am 23. September 2011.

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