Finnenstadium

Unter dem Finnenstadium wird das Larvenstadium eines Bandwurms verstanden. Die entsprechende „Larve“ wird als Finne bezeichnet.

Entsprechend den unterschiedlichen Erscheinungsmerkmalen werden die entsprechenden Finnen wie folgt bezeichnet:

  1. Echinokokkenblase, Hydatide oder Metazestode: die Finnen des Dreigliedrigen Hundebandwurms oder Fuchsbandwurms
  2. Prozerkoid
  3. Plerozerkoid oder Vollfinne,
  4. Zystizerkoid
  5. Zystizerkus, Blasenwurm, oder Finne im eigentlichen Sinn, das Larvenstadium bei Taenia (Fisch-, Rinder-, Schweinebandwurm, Taenia hydatigena, Taenia pisiformis), Taeniarhynchus

Im Gegensatz zu den Larvenstadien des Fisch-, Rinder- und Schweinebandwurms sind die Finnen des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) und Hundebandwurms (Echinococcus granulosus) für den Menschen besonders gefährlich: Bei ersteren Bandwürmern ist der Mensch Endwirt, bei letzteren ein Zwischenwirt und Fehlwirt.

Für die Erkrankung sind die Finnen selbst und nicht, wie bei den anderen Bandwürmern, die Adultformen verantwortlich: Nach Ingestion (Aufnahme) von Fuchsbandwurmeiern entwickelt sich eine alveoläre Echinokokkose, nach Aufnahme von Hundebandwurmeiern eine zystische Echinokokkose.

Finnen ernähren sich vom Fleisch ihres Zwischenwirtes und führen letztlich oft dessen Tod durch Organversagen herbei. Wenn der Kadaver von den eigentlichen, fleischfressenden Wirten gefressen wird, gelangen diese schließlich in dessen Darm und können ihren Fortpflanzungszyklus von vorne beginnen. Die Zwischenwirte bei Hunde- und Fuchsbandwürmern sind in der Regel Mäuse, Ratten und Hasen.

Im Fall des Rinder- und Schweinebandwurms kann der Hauptwirt, z.B. der Mensch, der sich vom Fleisch dieser Tiere ernährt, ebenfalls durch Finnen umkommen. Eine Infektion der Menschen wird hier jedoch durch die Fleischbeschau ausgeschlossen. Der Mensch ist für Finnen in der Regel ein Fehlwirt, da dessen Kadaver normalerweise nicht gefressen werden kann und somit die Fortpflanzung des Bandwurms unterbunden wird.

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