Fischkatze

Fischkatze
Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Altkatzen (Prionailurus)
Art: Fischkatze
Wissenschaftlicher Name
Prionailurus viverrinus
(Bennett, 1833)
Verbreitungsgebiet der Fischkatze
Fischkatze

Die Fischkatze (Prionailurus viverrinus) ist eine wilde Katze Südasiens, die vorwiegend in Feuchtgebieten lebt. Seit 2008 wird die Fischkatze in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als Stark Gefährdet (Endangered) geführt, denn die gesamte Population wird als Folge von Habitatverlust um mindestens 50 % kleiner als zu Beginn der 1990er Jahre geschätzt.[1]

Die Fischkatze ist mit der Bengalkatze verwandt, aber deutlich größer.

Merkmale

Fischkatzen haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 Zentimetern, hinzu kommen 30 Zentimeter Schwanz. Das Körpergewicht erwachsener Fischkatzen schwankt zwischen 5 und 14 kg.[2] Das Fell ist olivgrau und weist kleine schwarze Tupfen auf, die in unscharfen Längsreihen angeordnet sind;[3] der Kopf trägt dagegen eine Streifenzeichnung. In Anpassung an das Wasserleben ist das Fell besonders dicht und wasserundurchlässig. Die Fischkatze gehört zu den wenigen Katzen, die ihre Krallen nicht vollständig einziehen können. Ihre Pfoten sind mit Schwimmhäuten ausgestattet.

Verbreitung und Habitat

Verbreitet ist die Fischkatze in den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens. Im Süden und Osten Indiens, im Süden Nepals, auf dem südostasiatischen Festland, auf Sri Lanka, Sumatra und Java leben Fischkatzen auf einem gesamten Verbreitungsgebiet von über einer Million Quadratkilometern. Sie sind meistens Waldbewohner. Immer kommen sie in unmittelbarer Nähe von Gewässern vor; bevorzugt sind Sümpfe, Seen und sehr langsam fließende Flüsse, nicht aber Flüsse und Bäche mit starken Strömungen.

Lebensweise

Anders als die meisten Katzen schwimmen Fischkatzen häufig. Auf ihrer Suche nach Beute kauert sie nicht nur am Ufer und holt sich mit einem gezieltem Schlag die Fische aus dem Wasser, sondern watet auch häufig auf der Suche nach Krabben und anderem Wassergetier in seichten Gewässern umher oder erbeutet Fische tauchend und schwimmend, außerdem sucht sie das Wasser nach Fröschen, Krebstieren und Wasserschnecken ab. Gelegentlich jagt sie auch an Land und erbeutet dann Mäuse, Vögel und Insekten, ausnahmsweise auch größere Säugetiere bis zur Größe eines Lamms.

Bestand und Gefährdung

Die IUCN schätzt den Bestand der Fischkatze auf weniger als 10.000 adulte Tiere. Der Bestand ist zudem rückläufig, daher wird die Art als stark gefährdet (endangered) eingestuft.

Naturschutz

Prionailurus viverrinus ist im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgeführt.[1]

Literatur

  • Tej Kumar Shrestha: Wildlife of Nepal – A Study of Renewable Resources of Nepal Himalayas. Tribhuvan University, Kathmandu 2003, ISBN 99933-59-02-5

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Mukherjee, S., Sanderson, J., Duckworth, W., Melisch, R., Khan, J., Wilting, A., Sunarto, S., Howard, J.G. (2010) Prionailurus viverrinus. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.4.
  2. Fishing Cat Working Group. fishing-cat.wild-cat.org. Abgerufen am 22-03_2012.
  3. Shrestha, S. 143

Weblinks

 Commons: Fischkatze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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