Flatterulme

Flatterulme
Ulmus (not U. laevis). Deans Road, Alfriston, England.jpg

Flatterulme (Ulmus laevis)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Ulmengewächse (Ulmaceae)
Gattung: Ulmen (Ulmus)
Art: Flatterulme
Wissenschaftlicher Name
Ulmus laevis
Pall.
Blüten der Flatterulme

Die Flatterulme (Ulmus laevis), auch Flatterrüster genannt, ist ein Großbaum aus der Gattung der Ulmen (Ulmus) und gehört in die Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae). Die Flatterulme wird bis 35 Meter hoch und ist sommergrün.

Ulmen sind leicht an ihren asymmetrischen Blättern zu erkennen. Entgegen einer verbreiteten Auffassung kreuzt sich die Flatterulme nicht mit anderen Ulmenarten, wie Feld- oder Bergulme. Die Blütenknospen der Flatterulme sind breit und kegelförmig, entgegen den mehr runden Knospen der Feld- und Bergulme. Die Laubknospen sind zweifarbig und schlank kegelförmig. Die Knospenschuppen sind hell- bis rotbraun und verfügen über einen dunklen Rand. Die Borke ist auch schon bei jungen Bäumen rau mit abblätternden Schuppen.

Die Flatterulme kommt vor allem in Auwäldern und auf Grundwasserböden vor. Sie verträgt Überflutungen von mehr als 100 Tagen im Jahr. Eine Anpassung auf diese besonderen Bodenverhältnisse stellen Brettwurzeln dar, die sie ausbilden kann. Diese speziellen Wurzeln sind bei einheimischen Baumarten eine Seltenheit.

Das schön gezeichnete Holz der Ulmen weist im Verhältnis zur Feld- und Bergulme eine höhere Zähigkeit auf. Ansonsten sind die Holzeigenschaften eher ungünstig.

Vom Ulmensterben ist die Flatterulme deutlich weniger betroffen als andere Ulmen. Der Große Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus) und der Kleine Ulmensplintkäfer (Scolytus multistriatus), die die hauptsächlichen Überträger des Ulmensterbens sind, fliegen die Flatterulme aufgrund von Rindeninhaltsstoffen seltener an. Gegen den Schlauchpilz Ophiostoma novo-ulmi verfügt sie über unvollständige Resistenzmechanismen.

Unter dem Aspekt des Artenschutzes kommt der Flatterulme eine besondere Bedeutung zu. Sie stellt für bestimmte Arten, so für den Ulmenblattfloh (Psylla ulmi), den einzigen Lebensraum dar.

Literatur

  • Gordon Mackenthun: Die Gattung Ulmus in Sachsen. Forstwissenschaftliche Beiträge Tharandt, Heft 9 (zugleich Dissertation). Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-4712-2
  • Stefan Müller-Kroehling (2003a): Flatterulme (Ulmus laevis Pall.). – in: Weisgerber et al. (Hrsg.): Enzyklopädie der Holzgewächse, 33. Ergänzungslieferung, 13 S.
  • Stefan Müller-Kroehling (2003b): Flatterulme – unbekannter Baum. 10 verbreitete Irrtümer zu einer heimischen Baumart. – AFZ/Der Wald (25): 1282-1286.
  • Stefan Müller-Kroehling (2003c): Die Flatterulme in Bayern. - LWF aktuell 42:51-54.
  • Stefan Müller-Kroehling (2005): Flatterüster. Eine wenig bekannte heimische Holzart – Holz-Zentralblatt. – 131(8): 109-111.

Weblinks

 Commons: Flatterulme – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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