Florentine-Eiche

Florentine-Eiche
Das 2000 gepflanzte Florentinchen im Jahr 2008

Die Florentine-Eiche, auch Florentineneiche[1][2] oder kurz nur Florentine genannt, ist eine abgestorbene Stieleiche im Byttnahain bei Straupitz in Brandenburg. Sie ist als Naturdenkmal eingetragen.

Der Baum steht direkt am südlichen Byttna-Wanderweg. Er ist bereits von der Ortsverbindungsstraße Straupitz-Byhleguhre (Cottbuser Straße, Landesstraße 51) aus zu erkennen und von dem Parkplatz am Abzweig nach Byhlen leicht zu erreichen.

Die Eiche ist ein Rest eines alten Hudewalds und mehrere hundert Jahre alt. Möglicherweise keimte sie im 12. Jahrhundert.[1] Auszählungen von Jahresringen an abgestorbenen oder gefällten Alteichen in der unmittelbaren Umgebung wiesen auf Alter dieser Bäume zwischen 750 und 800 Jahren hin.[2] Nach einem vor Ort aufgestellten Schild hat die Florentine-Eiche noch als Baumrelikt einen Umfang von 8,15 Meter und eine Höhe von 18 Metern. Andere Quellen geben den Umfang in 1,30 Metern Höhe mit 8,7 Meter (Hans Joachim Fröhlich[1]) oder 8,35 Meter [3][2] an.

Wie auch die meisten anderen Alteichen in der Byttna war auch die Florentine-Eiche stark von Heldböcken besiedelt, die sie nach jahrzehnte- oder sogar jahrhundertelangem Befall schließlich zum Absterben gebracht haben dürften. Die Schlupflöcher der Käfer waren noch mindestens bis in die 1980er Jahre deutlich zu erkennen.[4] Nachweislich im Jahr 1936 setzte bei der Alteiche Wipfeldürre ein.[2] Seit 1959 ist sie tot.[1] Nur noch Stümpfe der stärksten Äste befinden sich am Baum.

„Dennoch steht jeder naturverbundene Wanderer respektvoll vor diesem Recken, der verdeutlicht, welche Dimensionen die freie Natur zu schaffen vermag.“

Paul Rupp, 1992[2]

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts galt die Eiche noch als stärkster Baum des Spreewalds.


Der Name „Florentine“ geht auf Florentine von der Beeke, die Ehefrau des Generals und Straupitzer Standesherren Christoph von Houwald zurück.[3]

Am 1. Mai 2000 wurde neben der abgestorbenen Eiche ein neuer Baum gepflanzt, der den Namen Florentinchen trägt.[3]

Literatur

  • Florentine-Eiche. In Helmut Bittner et al.: Straupitz im Spreewald. Regia-Verlag, Cottbus o.J., ISBN 3-936092-85-0, S. 13.
  • Paul Rupp: Die Bythna bei Straupitz. In: Lübbener Heimatkalender 1992, S. 71–72.

Weblinks

 Commons: Florentine-Eiche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
 Commons: Florentinchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen – Band 8, Brandenburg. Widi-Druck, Offenbach 1990, ISBN 3-926181-22-2, S. 176
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Paul Rupp: Die Bythna bei Straupitz. In: Lübbener Heimatkalender 1992, S. 71
  3. 3,0 3,1 3,2 Florentine-Eiche. In Helmut Bittner et al.: Straupitz im Spreewald. Regia-Verlag, Cottbus o.J., ISBN 3-936092-85-0, S. 13
  4. Volker Neumann, Herbert Kühnel: Der Heldbock. Cerambyx cerdo. Die neue Brehm-Bücherei, Band 566. Ziemsen, Wittenberg Lutherstadt 1985, Abbildung 18 auf S. 24

51.90118714.14148Koordinaten: 51° 54′ 4″ N, 14° 8′ 29″ O

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