Fortuna (Kartoffel)

Fortuna ist eine von der BASF Plant Science, einem Tochterunternehmen des deutschen Chemiekonzerns BASF, entwickelte Kartoffelsorte, die mit Hilfe gentechnischer Methoden für die Pommes-frites-Herstellung in Europa bestimmt war.[1]

Entwicklung

Die neu entwickelte Kartoffelsorte basierte auf einer in Südamerika vorkommenden Kartoffelsorte (Solanum bulbocastanum), welche resistent gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule Phytophthora infestans ist. Bei dieser Wildkartoffel wurden mehrere Gene identifiziert, die für die Resistenz verantwortlich sind. Von diesen Resistenzgenen wurden zwei in eine vorhandene Kartoffelsorte übertragen.[2]

Die neue Sorte sollte den Einsatz (bisher bis zu mehr als 20 mal pro Jahr bei schlechten Wetterbedingungen) von Fungiziden gegen die Erreger reduzieren und dem Landwirt so helfen, nachhaltiger und sparsamer mit Chemikalien umzugehen.[2] Fortuna eignete sich vor allem für die Pommes-frites-Herstellung, hätte aber auch zu Chips weiterverarbeitet oder als Tafelware verzehrt werden können.[3]

Im November 2011 beantragte die BASF Plant Science bei der Europäischen Union die Zulassung der Fortuna Kartoffelsorte als Lebensmittel.[4]

Wegen fehlender Akzeptanz in Europa entschloss sich im Frühjahr 2012 die BASF Plant Science zu der Einstellung der Forschungsaktivitäten im Bereich Kartoffeln. Dies betrifft die Projekte Amflora und Fortuna, welche ausschließlich für den europäischen Markt konzipiert wurden.[5][6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. BASF: Fortuna, die Kartoffelsorte für mehr Gelassenheit
  2. 2,0 2,1 Marc Strehler: Bringt Gen-Knolle Fortuna Glück? Pfälzischer Merkur, 18. August 2009. Abgerufen am 8. September 2012.
  3. Stephan Börnecke: Die böse EU Frankfurter Rundschau, 18. August 2009. Abgerufen am 8. September 2012.
  4. EU-Zulassung für Gentechnik-Kartoffel beantragt Die Zeit, 31. Oktober 2011. Abgerufen am 8. September 2012.
  5. BASF konzentriert Pflanzenbiotechnologie-Aktivitäten auf Hauptmärkte in Nord- und Südamerika BASF.com, 16. Januar 2012. Abgerufen am 8. September 2012.
  6. Daniela Kuhr: BASF stellt Amflora-Anbau ein – Das Ende der Gen-Kartoffel in Europa Süddeutsche Zeitung, 16. Januar 2012. Abgerufen am 8. September 2012.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

31.07.2021
Ökologie | Neobiota
Teure Invasoren
Wissenschaftlerinnen haben die durch invasive Arten entstandenen Kosten in Europa und Deutschland untersucht.
31.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Lernpausen sind gut fürs Gedächtnis
Wir können uns Dinge länger merken, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen.
31.07.2021
Botanik | Immunologie | Parasitologie
Eichenwälder widerstandsfähiger machen
Kahlgefressene Eichen sind ein Bild, das in den letzten Jahren immer wieder zu sehen war. Verursacher sind häufig die massenhaft auftretenden Raupen des Eichenwicklers.
29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.