Hedwigia ciliata

Hedwigia ciliata
Hedwigia ciliata

Hedwigia ciliata

Systematik
Klasse: Bryopsida
Unterklasse: Bryidae
Ordnung: Hedwigiales
Familie: Hedwigiaceae
Gattung: Hedwigia
Art: Hedwigia ciliata
Wissenschaftlicher Name
Hedwigia ciliata
(Hedw.) P.Beauv.
Hedwigia ciliata, mit sich am Blattrand herabziehenden hyalinen Spitzen.

Hedwigia ciliata ist ein Laubmoos, das in Mitteleuropa nicht selten auf kalkfreiem Gestein anzutreffen ist, und dort durch seine in feuchtem Zustand weißlich-grüne Farbe auffällt.

Beschreibung

Das unregelmäßig verzweigte Moos bildet oft ausgedehnte Rasen. Die Stämmchen, die bis 10cm lang sein können, wachsen an den Triebspitzen mehr oder weniger aufrecht und sind dann bis 3 cm hoch.

Die Blätter liegen in trockenem Zustand mehr oder weniger dem Stängel an, in feuchtem sind sie eher sparrig abstehend, oft auch ein wenig einseitswendig. Sie sind etwas hohl, rippenlos, von der Form her eilänglich, und vorne in eine hyaline, Spitze ausgezogen. Diese ist gezähnt, während der Rest des Blattrands glatt ist. Der hyaline Teil des Blattes zieht sich oft ein wenig am Blattrand herab. Er verleiht dem Moos in feuchtem Zustand einen blass- bzw. weißlich-grünen Farbton, in trockenem Zustand eine graue Farbe.

Die Zellen der Blattspreite sind im oberen Teil unregelmäßig dickwandig, rundlich und mit oft verzweigten Papillen besetzt. Gegen die Basis des Blattes sind sie länger und getüpfelt.

Die kugelige Kapsel ist fast ungestielt und deshalb in die Blätter eingesenkt. Sie besitzt kein Peristom, aber kegelige, mützenförmige Kalyptra.

Verbreitung und Standortansprüche

Die Art wächst an mehr oder weniger exponierten Stellen auf kalkfreiem Gestein, insbesondere auf Silikatgestein, sowie an nicht zu sonnigen Stellen auf Blockschutthalden.

Sie ist fast kosmopolitisch verbreitet. In Mitteleuropa findet man sie in den Gebirgen und den Mittelgebirgen recht häufig, im Flachland inzwischen seltener.

Systematik

Man unterscheidet zwei Varietäten[1]:

  • var. ciliata (Hedw.) Ehrh. ex P. Beauv.: Der hyaline Teil der Blätter macht nur bis ca. 33 % der Blattlänge aus. Er ist nur an der Basis noch papillös. In trockenem Zustand ist er von grau-weißer Farbe und bildet keinen starken Kontrast zum Rest des Blattes.
  • var. leucophaea (Hedw.) Ehrh. ex P. Beauv.: Der hyaline Teil der Blätter mach bis zu 55 % oder 65 % der Blattlänge aus und ist, bis auf die Spitze deutlich papillös. In trockenem Zustand ist er reinweiß und bildet einen starken Kontrast zum Rest des Blattes.

In jüngerer Zeit wird manchmal die Art Hedwigia stellata Hedenäs von dieser Art abgetrennt. Sie unterscheidet sich von Hedwigia ciliata s.str. durch die zurückgekrümmten Glashaare und die Blattzellen, die nur ein bis zwei Papillen tragen (1-4 Papillen bei Hedwigia ciliata s.str.). Ob der Artstatus für H. stellata erhalten bleibt, scheint aber noch zweifelhaft.[2]

Quellen und weiterführende Informationen

Einzelnachweise

  1. Schlüssel zu den Hedwigiaceae der Schweiz
  2. Bryologische Rundbriefe No.20, 1995.(PDF)

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Urania Pflanzenreich. Band 2: Moose, Farne, Nacktsamer, 1. Auflage 1992, Urania-Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-332-00495-6
  • Wolfgang Frey, Jan-Peter Frahm, Eberhard Fischer, Wolfram Lobin: Kleine Kryptogamenflora Band IV: Die Moos- und Farnpflanzen Europas. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York 1995, ISBN 3-437-30756-8
  • Hans Martin Jahns: BLV Bestimmungsbuch Farne, Moose, Flechten. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München 1982, ISBN 3-405-11893-X
  • Ruprecht Düll: "Exkursionstaschenbuch der wichtigsten Moose Deutschlands". IDH-Verlag für Bryologie und Ökologie, Rheurdt 1985, ISBN 3-925425-00-4.

Weblinks

 Commons: Hedwigia ciliata – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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