Johann Heinrich Cassebeer

Johann Heinrich Cassebeer (* 1784 in Gelnhausen; † 21. April 1850 in Biebergemünd) war Botaniker und Geologe sowie Landwirtschafts- und Weinbaufachmann, Politiker und bekannter Naturwissenschaftler. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Casseb.“.

Leben

Nach der Lehre in der Einhornapotheke seines Vaters in Gelnhausen arbeitete Cassebeer als Apothekengehilfe in Mainz, Salzwedel, Gandersheim und Berlin, wo er sich besonders der Chemie und Botanik widmete.

Er war nicht nur Apotheker, sondern wurde im Jahr 1814 Stadtrat und mehrmals ehrenamtlicher Bürgermeister von Gelnhausen. Im Jahr 1830 gründete er neben der geerbten Apotheke in Gelnhausen eine Filialapotheke in Biebergemünd-Bieber. Die Apotheke in Gelnhausen wurde zusammen mit einer rentablen Spiritusfabrik nach dem Tod seiner Frau verkauft. Cassebeer war darüber hinaus einige Jahre Landtagsabgeordneter seines Bezirks in Kassel.

Nach seinem Tod wurde er in Biebergemünd-Bieber beigesetzt.

Werk

Cassebeer war in vielen naturwissenschaftlichen Gebieten tätig und korrespondierte mit zahlreichen renommierten Naturforschern seiner Zeit. Besondere Verdienste erwarb er sich in der Mineralogie und der Geologie. Besondere Aufmerksamkeit widmete Cassebeer den Kryptogamen des Vogelsbergs, der Wetterau und des Spessarts.

Seine Forschungsergebnisse erschienen nicht geschlossen, und sein wissenschaftlicher Nachlass ist nur teilweise erhalten. Cassebeer schrieb verschiedene wissenschaftliche Artikel und veröffentlichte ein Buch über die Entwicklung von Laubmoosen. Zudem gab er 1844 mit L. Pfeiffer eine „Übersicht der bisher in Kurhessen beobachteten wildwachsenden und eingebürgerten Pflanzen“ heraus.

Vor allem studierte er die blütenlosen Pflanzen (Kryptogame), wofür er mehrmals ausgezeichnet wurde, beispielsweise mit der Ehrendoktorwürde der Pharmazie der Universität Marburg. Cassebeer fertigte die ersten Bestandsaufnahme der Landesnatur seiner Region, womit er insbesondere mit seinen botanischen und geowissenschaftlichen Beiträgen den Grundstein zu einer naturwissenschaftlichen Landeskunde des Nordspessarts legte.

Cassebeer gilt als Mitbegründer der 1808 in Hanau ins Leben gerufenen Wetterauischen Gesellschaft für Naturkunde.

Weblinks

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