Konstitutionstyp

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Unter Konstitutionstyp (Körperbautypen) versteht man in der Medizin die Beschaffenheit des Einzelmenschen in Bezug auf Körperbau, Leistungsfähigkeit und seelisches Verhalten.

Aus heutiger Sicht gelten die Konstitutionstypologien als wissenschaftlich überholt. Die meisten Annahmen über konstitutionelle und psychische Zusammenhänge wurden empirisch widerlegt.

Die Einteilungen wurden willkürlich getroffen, ohne Berücksichtigung von Geschlechts-, Alters- und Kulturunterschieden.

Geschichte

Griechische vier Temperamente

Im antiken Griechenland unterschied man die vier Temperamente (Temperamentenlehre). Die mit ihnen verbundene Säftelehre war bis in die frühe Neuzeit wirksam, ist aber heute vollständig widerlegt.

  • Sanguiniker: lebhaft, beweglich, optimistisch, leichtblütig
  • Phlegmatiker: schwerfällig, behäbig, bequem, gemütlich, langsam
  • Choleriker: leidenschaftlich, aufbrausend, jähzornig, unbeherrscht
  • Melancholiker: schwermütig, trübsinnig, pessimistisch, gleichgültig

Kretschmers Konstitutionstypen

Die Einteilung der physischen Konstitutionstypen geht auf den Psychiater Ernst Kretschmer in den 1920er Jahren zurück. Mit diesen wie folgt geschilderten physischen Eigenschaften sind jedoch auch psychische Eigenschaften verbunden, siehe seine Typenlehre. Er unterteilte in:

  • Pykniker: mittelgroß, gedrungener Körperbau, Neigung zu Fettansatz, Brustkorb unten breiter als oben, kurzer Hals und breites Gesicht. Temperament behäbig, gemütlich, gutherzig, gesellig, heiter, lebhaft bis hitzig oder auch still und weich.
  • Athletiker: kräftiger Körperbau, breite Schultern, oben breiter Brustkorb. Temperament im Allgemeinen heiter, forsch und aktiv.
  • Astheniker / Leptosome: mager, zart, eng- und flachbrüstig, mit dünnen Armen und Beinen, körperlich und geistig empfindlich, kompliziert, sprunghaft. Astheniker seien Menschen von blass-schmalgesichtigem, „asthenischem“ („schwachem“) Konstitutionstyp. Verhältnismäßig lange, dünne Gliedmaßen, ausgezeichnet durch Langhalsigkeit, einen relativ kleinen Kopf und einen schmalen, flachen Brustkorb. Als leptosom bzw. leptomorph bezeichnete Kretschmer Menschen mit schlankem, schmalwüchsigen Körperbau und schmalen, leichtknochigen Gliedmaßen. Bei diesem Konstitutionstyp sei ein epigastrischer Winkel von weniger als 80 Grad zu beobachten. Es liege also eine „Schmalbrust“ vor.
  • Dysplastiker: Kleinere Körperbauvarianten, von den (oben beschriebenen) drei verbreitetsten Körperbauformen abweichend.

Siehe auch

  • Im Bereich von Sportmedizin und Bodybuilding sind heute andere Begrifflichkeiten üblich, siehe dazu unter Körperbautyp.
  • Im Ayurveda werden die drei Lebensenergien auch typische äußere Merkmale und Temperament zugeordnet, sieh dazu unter Dosha.

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