Kuba-Affe

Kuba-Affe
Systematik
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Neuweltaffen (Platyrrhini)
Familie: Sakiaffen (Pitheciidae)
Tribus: Antillenaffen (Xenotrichini)
Gattung: Paralouatta
Tribus: Kuba-Affe
Wissenschaftlicher Name
Paralouatta varonai
Rivero & Arredondo, 1991

Der Kuba-Affe (Paralouatta varonai) ist eine ausgestorbene Primatenart, die auf der Insel Kuba vorkam und zumindest bis 3000 vor Christus lebte.

Seit 1987 wurden mehrere subfossile Überreste gefunden, darunter ein nahezu vollständiger Schädel und auch mehrere Teile des Körperskeletts. Die Funde deuten an, dass die Art ein Gewicht von zehn bis zwölf Kilogramm erreichte und möglicherweise zumindest zeitweise am Boden lebte.

Die Art erhielt ihren Gattungsnamen aufgrund oberflächlicher Ähnlichkeiten mit den Brüllaffen (Alouatta), für deren nahen Verwandten man sie zunächst hielt. Details den Zahn- und Kieferbaus schließen aber eine engere Verwandtschaft mit ihnen aus, heute ordnet man sie den Antillenaffen (Xenotrichini) zu, einer ausgestorbenen Primatengruppe der Großen Antillen. Als ihr nächster Verwandter gilt der Hispaniola-Affe (Antillothrix bernensis).

Der genaue Zeitpunkt und die Ursachen des Aussterbens der Kuba-Affen sind unklar, sie dürfte aber in Zusammenhang mit der Besiedlung Kubas durch die Indianer stehen. Die jüngsten bekannte Funde werden auf ein Alter von rund 5000 Jahren datiert.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 6th edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.